Signa-Kollaps: Investor René Benko erneut angeklagt

Die österreichische WKStA hat René Benko wegen schweren Betrugs und Schädigung von Gläubigerinteressen angeklagt. Der Ex-Milliardär sitzt seit eineinhalb Jahren in Wiener U-Haft.

Signa-Kollaps: Investor René Benko erneut angeklagt

Signa-Kollaps: Investor René Benko erneut angeklagt

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) in Österreich hat René Benko zum dritten Mal wegen Betrugs angeklagt. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck wirft dem 49-jährigen Investor vor, eine Privatstiftung um fünf Millionen Euro betrogen zu haben. Dabei soll es um eine Garantieerklärung gegenüber einem Geldgeber gegangen sein. Zusätzlich beschuldigt man ihn, bei seiner eigenen Privatinsolvenz ein Jagdgewehr im Wert von 80 000 Euro vor den Gläubigern versteckt zu haben.

Benko befindet sich seit eineinhalb Jahren in Untersuchungshaft in der österreichischen Hauptstadt. Er wurde bereits in zwei separaten Verfahren verurteilt, doch keine dieser Entscheidungen ist rechtskräftig. Im Herbst 2025 verhängte das Gericht eine zweijährige Haftstrafe gegen ihn. Kurz darauf folgte eine Bewährungsstrafe von 15 Monaten plus eine Geldauflage wegen Schädigung seiner Gläubiger. Der Angeklagte weist sämtliche Vorwürfe zurück.

Das Unternehmensimperium des ehemaligen Milliardärs ist seit Ende 2023 zusammengebrochen. Die Signa-Holding und mehrere Tochterunternehmen befinden sich in Insolvenzverfahren. Höhere Zinsen und kostspielige Akquisitionen wie die Übernahme der deutschen Warenhäuser Karstadt und Kaufhof trieben den Konzern in die Pleite. Die WKStA ermittelt gegen Benko wegen Betrug, Untreue und Bankrott. Weitere Strafanzeigen könnten folgen.

Die Signa Holding wurde im April 2024 für zahlungsunfähig erklärt. Die Immobiliengesellschaft Signa Prime musste im November auf Weisung des Obersten Gerichtshofs (OGH) in ein reguläres Konkursverfahren übergehen. Die österreichische Finanzprokuratur hatte die Eigenverwaltung angegriffen in der Hoffnung, mehr Einblick in die Vermögensverwertung zu erhalten.

Signa Prime verkauft derzeit ihr komplettes Immobilienportfolio. Darunter befinden sich das Kaufhaus Tyrol in Innsbruck sowie Gebäude der Luxuswarenhäuser Globus, Selfridges und der KaDeWe-Gruppe. Bei den bisherigen Transaktionen gab es wiederholt Kritik an den Kaufpreisen und den Erwerbern. Manche Käufer waren langjährige Weggefährten des angeklagten Investors.

Die thailändische Central Group hat das operative Geschäft von Globus vollständig übernommen. Der Neubau in Basel wurde im Oktober 2025 wiedereröffnet. Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof wurde im Juni 2024 an ein Investorenkonsortium veräussert. Für Galeria war dies bereits die dritte Insolvenz innerhalb von vier Jahren.

Quelle: Neue Zürcher Zeitung

Source: NZZ