Wiener Polizeigewalt-Prozess: Mann mit Schlaganfall-Symptomen ignoriert

Ein 54-Jähriger soll in einem Wiener Polizeianhaltezentrum stundenlang ohne medizinische Hilfe gelassen worden sein, obwohl er offensichtlich gesundheitliche Notzeichen zeigte.

Wiener Polizeigewalt-Prozess: Mann mit Schlaganfall-Symptomen ignoriert

Wiener Polizeigewalt-Prozess: Mann mit Schlaganfall-Symptomen ignoriert

Vor einem österreichischen Gericht wird derzeit ein Fall von mutmaßlicher Polizeigewalt aus der Bundeshauptstadt verhandelt. Ein damals 54 Jahre alter Mann war von den Sicherheitskräften in das Anhaltezentrum an der Rossauer Lände verbracht worden. Dort verbrachte er mehrere Stunden in einer Arrestzelle.

Während seiner Inhaftierung soll der Mann wiederholt auf seine körperlichen Beschwerden hingewiesen haben. Er betätigte dem Verfahren zufolge den Notrufknopf in seiner Zelle. Den Vorwürfen nach reagierten weder der Dienststellenleiter noch der für die Überwachung zuständige Posten auf diese Hilferufe.

Als der Mann am späteren Abend einem juristischen Bediensteten der Polizei vorgeführt wurde, konnte er eigenständig nicht mehr auf den Beinen stehen. Er musste sitzend in einem Rollstuhl transportiert werden. Medizinische Anzeichen deuteten zu diesem Zeitpunkt bereits auf einen zerebrovaskulären Notfall hin.

Die Anklagebehörde wirft den beteiligten Beamten vor, ihre Fürsorgepflicht grob vernachlässigt zu haben. Durch das unterlassene Handeln sei der Inhaftierte in ernste gesundheitliche Gefahr gebracht worden. Das Verfahren soll nun die genauen Umstände der Nacht aufklären.

Quelle: NÖN.at

Source: Google News AT — Crime (de)