Syrien-Prozess: Zeuge schildert Gewalt nach Protest gegen Regime
Ein Zeuge im Wiener Verfahren gegen mutmaßliche syrische Geheimdienstmitarbeiter berichtete von Misshandlungen nach einer friedlichen Kundgebung.

Syrien-Prozess: Zeuge schildert Gewalt nach Protest gegen Regime
Vor einem österreichischen Gericht läuft ein Verfahren gegen zwei Männer, die dem syrischen Geheimdienst zugerechnet werden. Khaled Al H. soll die Abteilung 335 geführt haben, Moussab Abou R. galt als Leiter der Kriminalpolizei in Raqqa. Ihnen wird vorgeworfen, für die Misshandlung von mindestens 21 Menschen verantwortlich zu sein. Zudem sollen sie selbst an einigen Betroffenen schwere Delikte begangen haben.
Ein Zeuge, der am Dienstag aussagte, berichtete von zwei Haftaufenthalten. Bei einem davon ging es um eine Versammlung im August 2011. Der Mann, der als Anwalt tätig war, hatte sich mit Kollegen zu einer stillen Kundgebung versammelt. Sie protestierten gegen Angriffe der syrischen Streitkräfte auf eigene Städte. Nach etwa 30 Minuten lösten die Teilnehmer die Aktion eigenständig auf.
Kurz darauf wurde der Zeuge gewaltsam aus dem Justizgebäude gebracht und in ein Auto gezerrt. Dort habe man ihn beschimpft und auf den Kopf geschlagen, berichtete er laut NÖN.at. Die Schilderungen stützen die Anklage, wonach die Beschuldigten systematisch gegen Regimegegner vorgegangen sein sollen.
Source: Google News AT — Crime (de)