Zehn junge Männer als Geldwäscher für Telefonbetrüger verurteilt

Ein Kremser Schöffengericht verhängte Haftstrafen gegen zehn Männer, die ihre Konten für einen internationalen Telefonbetrug zur Verfügung gestellt hatten.

Zehn junge Männer als Geldwäscher für Telefonbetrüger verurteilt

Zehn junge Männer als Geldwäscher für Telefonbetrüger verurteilt

Ein Schöffensenat am Landesgericht Krems hat zehn junge Erwachsene zwischen 19 und 22 Jahren wegen Beteiligung an einem ausgedehnten Telefonbetrugssystem verurteilt. Die Angeklagten aus den Bezirken Krems und Horn fungierten als sogenannte "Geldmulden" für eine kriminelle Gruppierung.

Die Verurteilten hatten sich von Unbekannten anwerben lassen und im Gegenzug für etwa 1000 Euro Bargeld ihre Bankunterlagen, EC-Karten und Geheimzahlen herausgegeben. Diese Unterlagen nutzten die Betrüger, um sich das Vertrauen ihrer Anrufer zu erschleichen. Am Telefon gaben sie sich als Mitarbeiter von Kreditinstituten aus und täuschten Senioren und andere Opfer vor, auf deren Konten würden unautorisierte Überweisungen stattfinden. Um das vermeintliche Geld zu "retten", sollten die Angerufenen ihre Online-Banking-Zugänge preisgeben.

Sobald die Betrüger Zugriff auf die Konten der Geschädigten hatten, leiteten sie Beträge auf die Konten der zehn Helfer um. Von dort verschwanden die Gelder blitzschnell nach Malta und in digitale Währungsdepots. Als die betroffenen Banken die Unregelmäßigkeiten bemerkten, behaupteten die jungen Männer, ihre Karten seien gestohlen worden.

Der Schaden beläuft sich laut Gericht auf über 200.000 Euro, die zwischen Herbst und Jahresende 2025 erbeutet wurden.

Der Hauptangeklagte, der die Mitwisser angeworben hatte, muss für vier Jahre ins Gefängnis. Außerdem wurde bei ihm eine bereits bestehende Bewährungsstrafe von zwei Jahren widerrufen. Die anderen neun Verurteilten erhielten Haftstrafen auf Bewährung zwischen fünf Monaten und zwei Jahren. Alle Geständigen gaben an, nicht gewusst zu haben, dass ihre Mithilfe derartige kriminelle Ausmaße annehmen würde.

Die wahren Anführer der Bande blieben bislang unerkannt und sind flüchtig. Die Urteile können noch angefochten werden.

Quelle: MeinBezirk.at

Source: Google News AT — Crime (de)