Ex-Bürgermeister Luger wegen Untreue angeklagt – Prozess in Linz vertagt
Der frühere Linzer Bürgermeister Klaus Luger muss sich wegen Untreue vor dem Landesgericht Linz verantworten. Er bestreitet die Schuld. Der Prozess wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Ex-Bürgermeister Luger wegen Untreue angeklagt – Prozess in Linz vertagt
Der frühere Linzer Bürgermeister Klaus Luger stand am Freitag wegen des Verdachts der Untreue vor dem Landesgericht Linz. Die Anklage wirft ihm vor, im Jahr 2017 bei der Auswahl eines künstlerischen Geschäftsführers für die Veranstaltungsgesellschaft LIVA einem Bewerber Hearing-Fragen vorab zugespielt zu haben.
Luger räumte vor Gericht ein, die In Auftrag gegebene Rechtsgutachten seien ein schwerer Fehler gewesen. Er bestritt jedoch, sich der Untreue schuldig gemacht zu haben. Der Ex-Politiker erklärte, er habe die Expertise auf Anraten eines Rechtsanwalts eingeholt, nachdem eine Whistleblower-Meldung über die Weitergabe der Unterlagen eingegangen war.
Bei der Verhandlung wurde deutlich, dass die Anwaltskanzlei, die das Gutachten erstellte, nicht wusste, dass Luger selbst die undichte Stelle war. Der erste Entwurf des 17-seitigen Dokuments wurde bis 22. Jänner 2024 vorgelegt. Laut Anwalt Thomas Moser sollte das Gutachten klären, ob der bevorzugte Bewerber Dietmar Kerschbaum strafrechtlich belangt werden könne – nicht aber, ob der damalige Bürgermeister selbst haftbar war.
Die Richterin kritisierte, dass 15 der 17 Seiten strafrechtliche Ausführungen enthielten, ohne dass Luger dies hinterfragt habe. Der Angeklagte entgegnete, er habe die Inhalte nicht selbst beauftragt.
Da entscheidende Zeugenaussagen von den Rechtsexperten fehlten, die das Gutachten erstellt und im LIVA-Aufsichtsrat präsentiert hatten, vertagte die Richterin den Prozess auf unbestimmte Zeit.
Quelle: KURIER
Source: Kurier