Gutachter belasten pensionierten Mediziner aus Kärnten schwer
Im Klagenfurter Prozess gegen einen ehemaligen Arzt aus Kärnten geben Experten belastende Aussagen ab. Der Angeklagte soll durch riskante Infusionen zwei Menschenleben auf dem Gewissen haben.

Gutachter belasten pensionierten Mediziner aus Kärnten schwer
Vor dem Klagenfurter Landgericht muss sich ein inzwischen pensionierter Arzt aus Kärnten verantworten. Ihm wird vorgeworfen, durch fragwürdige Infusionsbehandlungen zwei Patienten in den Tod getrieben zu haben. Sachverständige haben den Mediziner in der laufenden Verhandlung massiv belastet.
Die Anklagebehörde wirft dem Mann vor, einem krebskranken Mädchen im Alter von 14 Jahren Heilung durch Infusionstherapien in Aussicht gestellt zu haben. Das Kind erlag später den Folgen der Behandlung. Ein weiterer Toter im Zusammenhang mit den Praktiken des Arztes ist ein Tätowierer, der nach einer Infusion einen allergischen Schock erlitt und anschließend einen Herzinfarkt sowie einen Schlaganfall davontrug.
Der Angeklagte bestreitet alle ihm zur Last gelegten Handlungen. Er zeigt keinerlei Reue und legt kein Geständnis ab. Seine Verteidiger argumentieren, dass ein direkter kausaler Zusammenhang zwischen den verabreichten Substanzen und den Todesfällen nicht nachweisbar sei.
Der Prozess wirft ein erschreckendes Licht auf sogenannte Alternativbehandlungen, die von approbierten Ärzten ohne hinreichende medizinische Evidenz durchgeführt werden. Die Hinterbliebenen der Verstorbenen erwarten von dem Verfahren Klarheit über die Umstände des Todes ihrer Angehörigen.
Quelle: NÖN.at
Source: Google News AT — Crime (de)