Cyber-Grooming in Wien: 47-Jähriger wegen Missbrauchs von drei Minderjährigen vor Gericht

Ein 47-jähriger Wiener steht am 10. Juni wegen schweren sexuellen Missbrauchs von drei Mädchen vor Gericht. Er soll die Opfer über Instagram manipuliert haben.

Cyber-Grooming in Wien: 47-Jähriger wegen Missbrauchs von drei Minderjährigen vor Gericht

Wiener wegen Cyber-Grooming angeklagt: Drei Mädchen zwischen zwölf und dreizehn Jahren betroffen

Die Staatsanwaltschaft Wien hat Anklage gegen einen 47-jährigen Mann erhoben, der zwischen Mai und Dezember 2024 drei unmündige Mädchen online sexuell missbraucht haben soll. Wie tt.com berichtet, soll der Angeklagte die Kinder über Instagram kontaktiert, zur Vornahme sexueller Handlungen verleitet und dazu gebracht haben, sich dabei zu filmen oder zu fotografieren und ihm das Material zu übermitteln.

Das erste Opfer war 13 Jahre alt, die beiden anderen waren zu Beginn der inkriminierten Handlungen erst zwölf. Der Mann weist bereits eine Vorstrafe wegen Besitzes von kindlichem Missbrauchsmaterial auf. Ein psychiatrisches Gutachten, das die Anklagebehörde im Ermittlungsverfahren einholte, kommt zum Schluss, dass bei ihm eine „verfestigte pädosexuelle Deviation" vorliegt – eingestuft als „schwerwiegende und nachhaltige psychische" Störung.

Falsche Identität auf Instagram

Laut Anklage suchte der 47-Jährige auf Instagram gezielt nach jungen Mädchen und trat mit ihnen in Kontakt, sobald diese einen öffentlich zugänglichen Live-Stream starteten. Gegenüber dem ersten Opfer gab er sich als 13-jähriges Mädchen aus und erschlich sich im Verlauf regelmäßiger Gespräche allmählich das Vertrauen des Kindes, das glaubte, mit einer Gleichaltrigen zu kommunizieren.

Zu mindestens 40 Übergriffen gegenüber der 13-Jährigen soll es gekommen sein. Der Mann soll das Mädchen schließlich sogar dazu gebracht haben, eine um ein Jahr jüngere Freundin einzubeziehen, und forderte Material, das die beiden gemeinsam aufnahmen. Gegenüber einem der zwölfjährigen Opfer soll er in mindestens neun weiteren Fällen schwere Übergriffe gesetzt haben, das dritte Mädchen – ebenfalls zwölf Jahre alt – soll mindestens zwölfmal missbraucht worden sein.

Material im Darknet hochgeladen

Einen Teil des verbotenen Materials soll der Angeklagte im Darknet hochgeladen und anderen pädophil veranlagten Männern zugänglich gemacht haben. Einem der Mädchen gegenüber soll er massive Drohungen ausgesprochen haben, als dieses sich weigerte, weitere Aufnahmen zu schicken: Laut Anklage drohte er der Zwölfjährigen, das bereits in seinem Besitz befindliche Material an ihre Familie und ihre Reitlehrerin weiterzuschicken.

Der Mann wurde ausgeforscht und Ende Juni 2025 festgenommen. Bei einer Hausdurchsuchung stellten Ermittler verschiedene Datenträger sicher, auf denen sich tausende Dateien mit kindlichem Missbrauchsmaterial befanden. Seither befindet sich der 47-Jährige wegen Tatbegehungsgefahr in Untersuchungshaft.

Prozess am 10. Juni im Grauen Haus

Wie die Sprecherin des Wiener Landesgerichts, Christina Salzborn, gegenüber der APA bestätigte, wird am kommenden Mittwochnachmittag, dem 10. Juni, vor einem Schöffensenat im Grauen Haus verhandelt. Der Prozess ist auf mehrere Stunden anberaumt.

Die rechtskräftige Anklage lautet auf schweren sexuellen Missbrauch von Unmündigen, Besitz und Verbreitung von kindlichem Missbrauchsmaterial sowie versuchte geschlechtliche Nötigung. Im Fall einer anklagekonformen Verurteilung droht dem Mann eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren.

Darüber hinaus empfiehlt das Sachverständigen-Gutachten gemäß § 21 Absatz 2 StGB die Unterbringung im sogenannten Maßnahmenvollzug. Dem Gutachten zufolge gehe von dem Mann aufgrund seiner psychischen Disposition eine Gefahr aus, die befürchten lasse, dass er ohne therapeutische Begleitung nach einer Haftentlassung mit hoher Wahrscheinlichkeit erneut schwere Straftaten begehen werde.

Source: Google News AT — Crime (de)