Gutachten verbindet Gift in Babynahrung mit Wohnung des Verdächtigen

Eine neue Untersuchung im Fall der vergifteten Babynahrung in Österreich zeigt Übereinstimmungen zwischen dem Gift in den Gläschen und einer Substanz, die bei einem 39-Jährigen gefunden wurde.

Gutachten verbindet Gift in Babynahrung mit Wohnung des Verdächtigen

Gutachten verbindet Gift in Babynahrung mit Wohnung des Verdächtigen

Die Ermittlungen zum mutmaßlichen Erpressungsfall gegen den Hersteller von Babynahrung Hipp in Österreich haben eine wichtige Wendung genommen. Eine vergleichende Analyse hat ergeben, dass sich Zusammensetzung und Konzentration des Rattengifts in den kontaminierten Gläschen mit der Substanz decken, die Ermittler bei dem 39-jährigen Pavel S. gefunden haben.

Die Staatsanwaltschaft in Eisenstadt bestätigte am Donnerstag die Ergebnisse des Gutachtens. Die Substanz wurde in der Wohnung des Beschuldigten in St. Gilgen am Wolfgangsee entdeckt. Dennoch weisen die Staatsanwälte darauf hin, dass das Gutachten allein noch nicht beweist, dass es sich um genau dasselbe Gift handelt oder dass der Verdächtige direkt mit der Kontaminierung in Verbindung steht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaftssprecherin Petra Bauer handelt es sich um einen zusätzlichen Beweisansatz in den laufenden Ermittlungen, berichtet Kronen Zeitung.

Bereits Mitte Mai wurde festgestellt, dass die Menge des Rattengifts in der Babynahrung zwar nicht tödlich war, aber gesundheitliche Probleme, vor allem bei Kleinkindern, hätte verursachen können. Der Fall hat in Österreich große Besorgnis ausgelöst.

Österreichische Medien haben Details über den Lebensstil des Verdächtigen enthüllt, eines ehemaligen Managers von Hipp. Der 39-jährige Vater von drei Kindern soll in einer Wohnung in der Salzburger Region gelebt haben, die er bereits 2001 für rund 402.000 Euro erworben haben soll. Kurz vor seiner Festnahme soll er ein Grundstück mit Blick auf den Wolfgangsee für etwa 600.000 Euro gekauft haben. Die Ermittler vermuten, dass er für Kredite gefälschte Dokumente verwendet hat. Aus einem tatsächlichen monatlichen Nettoeinkommen von rund 3.500 Euro soll er Unterlagen erstellt haben, aus denen hervorging, dass er mehr als 10.000 Euro netto monatlich verdient. Mit solchen mutmaßlich gefälschten Einkommensnachweisen soll er bei einer slowakischen Bank einen weiteren Kredit in Höhe von rund 900.000 Euro erhalten haben.

Source: 24ur