Nach Häftlingstod in Wien-Josefstadt laufen Ermittlungen gegen Vollzugsbedienstete
Ein Insasse der Justizanstalt Wien-Josefstadt kam im August 2025 durch eine Medikamentenüberdosis ums Leben. Die Staatsanwaltschaft Korneuburg prüft nun, ob Bedienstete des Strafvollzugs ihr Sorgfaltspflichten verletzten.

Nach Häftlingstod in Wien-Josefstadt laufen Ermittlungen gegen Vollzugsbedienstete
Die Staatsanwaltschaft Korneuburg hat ein Verfahren nach dem Tod eines Insassen der Justizanstalt Wien-Josefstadt eröffnet. Der Mann kam am 27. August 2025 durch eine Überdosis von Arzneimitteln ums Leben. Die Behörde untersucht nun, ob Personal des Strafvollzugs fahrlässig gehandelt und seine Aufsichtspflichten missachtet hat.
Nicht nur Mitarbeiter der Anstalt in der Josefstadt geraten ins Visier der Ermittler. Auch Bedienstete anderer österreichischer Justizvollzugsanstalten werden überprüft.
Der Vorfall ereignete sich kurz nach der Veröffentlichung eines Untersuchungsberichts von Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ). Eine von ihr beauftragte Kommission hatte Anfang der Woche erhebliche strukturelle Mängel im österreichischen Gefängnissystem aufgedeckt und umfassende Reformen gefordert.
Es handelt sich bereits um den zweiten bekannten Todesfall in einer Justizanstalt innerhalb kurzer Zeit. Die Staatsanwaltschaft prüft in beiden Fällen den Verdacht auf fahrlässige Tötung sowie möglichen Amtsmissbrauch.
Die jüngsten Ereignisse werfen ein kritisches Licht auf die Zustände im österreichischen Strafvollzug. Die Arbeitsbedingungen und Sicherheitsvorkehrungen in den Haftanstalten stehen zunehmend in der öffentlichen Diskussion. Ob die laufenden Ermittlungen zu Anklagen führen, bleibt abzuwarten. Quelle: Der Standard
Source: Der Standard