Zürcher Drogenprozess: Mann wegen Todes zweier Konsumenten angeklagt

Vor dem Bezirksgericht Zürich muss sich ein Mann verantworten, nachdem in seiner Obhut zwei Personen infolge von Substanzmissbrauch ihr Leben verloren.

Zürcher Drogenprozess: Mann wegen Todes zweier Konsumenten angeklagt

Zürcher Drogenprozess: Mann wegen Todes zweier Konsumenten angeklagt

Vor dem Bezirksgericht Zürich steht ein 26-jähriger Mann, dem die Ermittlungsbehörden vorgeworfen, bei zwei tödlichen Drogenvorfällen in seiner Wohnung untätig geblieben zu sein. Ihm werden unterlassene Nothilfe und das Abgeben gefährlicher Mittel an Minderjährige zur Last gelegt.

Im Juni 2023 ereignete sich der erste Zwischenfall. Eine Jugendliche im Alter von 15 Jahren nahm gemeinsam mit dem heute Angeklagten verschiedene Substanzen ein, darunter Betäubungsmittel und verschreibungspflichtige Präparate. Nachdem die Minderjährige das Bewusstsein verlor und reglos auf dem Bett lag, unternahm der Mann laut Anklage zunächst Erweckungsversuche. Anstatt jedoch professionelle Rettungskräfte zu alarmieren, wandte er sich an einen Arbeitskollegen, der ihm wenig hilfreiche Ratschläge gab und ihn vorrangig vor Konsequenzen durch die Polizei warnte. Mehr als drei Stunden vergingen, ehe der Beschuldigte die Behörden einschaltete. In der Zwischenzeit hatte er die Leiche aus seiner Wohnung in das Treppenhaus des Gebäudes verbracht.

Der zweite Fall ereignete sich weniger als ein halbes Jahr darauf, erneut in den Räumlichkeiten des Beschuldigten. Ein Bekannter konsumierte Opiate und alkoholische Getränke, fiel in Ohnmacht und erlag schliesslich einer Atemlähmung. Auch in dieser Situation soll der Wohnungsinhaber zögert haben, umgehend Hilfe herbeizurufen. Er transportierte den leblosen Körper erneut ins Treppenhaus, bevor er einen Betreuer informierte. Zu diesem Zeitpunkt war der Bekannte bereits verstorben.

Bei den polizeilichen Befragungen gab der 26-Jährige eine abweichende Darstellung zum Geschehen. Er behauptete, ein fremder Mann habe den Verstorbenen ins Treppenhaus gelegt, und er selbst habe diesem geraten, die Ambulanz zu rufen.

Die Anklagebehörde beantragt eine Haftstrafe von fünf Jahren. Das Verteidigungsteam wird sein Strafbegehren erst im Verlauf des Prozesses vorbringen. Der Beschuldigte war bereits in mehreren Phasen der Untersuchung in Haft.

Quelle: Watson

Source: Google News CH — Crime (de)