Schiesserei in Walder Kirche: 42-Jähriger steht vor Bezirksgericht Hinwil
Nach einer Schiesserei in der reformierten Kirche Wald im Oktober 2024 muss sich ein 42-Jähriger vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft fordert sechs Jahre Freiheitsstrafe und sieben Jahre Landesverweis.

Schüsse in der Kirche Wald: Prozess am Bezirksgericht Hinwil
Drei Schüsse, ein verletzter Kirchenpfleger, eine verschreckte Seniorin – so endete der Sonntagsgottesdienst in der reformierten Kirche Wald am 13. Oktober 2024. Wie zo-online.ch berichtet, muss sich der 42-jährige Schütze nun am kommenden Dienstag vor dem Bezirksgericht Hinwil verantworten.
Gemäss Anklageschrift setzte sich der Beschuldigte – ein italienischer Staatsangehöriger mit Drogenproblemen – während des Gottesdienstes neben seine damals 85-jährige Pflegemutter und redete eindringlich auf sie ein. Ein Kirchenpfleger machte ihm daraufhin klar, dass er dieses Verhalten nicht toleriere. Der Mann stand auf und verliess die Kirche.
Als die Pflegemutter nach Hause wollte, stellte sich der Beschuldigte ihr in den Weg. Erneut griff der Kirchenpfleger ein. In dem Moment, als dieser mit seinem Mobiltelefon die Polizei alarmierte, zückte der Beschuldigte eine Waffe.
Der erste Schuss traf den Boden, der zweite verfehlte den Oberkörper des Kirchenpflegers knapp und schlug in eine Autoscheibe ein. Der Kirchenpfleger schob die Seniorin daraufhin in Richtung Kircheneingang, um sie in Sicherheit zu bringen. Dabei feuerte der Beschuldigte ein drittes Mal – und traf den Helfer von hinten in den Oberschenkel. Die Kugel blieb 16 Zentimeter tief im Bein stecken und musste unter Vollnarkose entfernt werden.
Die Staatsanwaltschaft fordert eine Verurteilung wegen versuchter Tötung und Sachbeschädigung. Laut Anklageschrift habe der Beschuldigte in Kauf genommen, seine Pflegemutter oder den Kirchenpfleger tödlich zu verletzen. Als angemessene Strafe erachtet die Staatsanwaltschaft eine unbedingte Freiheitsstrafe von sechs Jahren sowie einen Landesverweis von sieben Jahren.
Die Strafe soll jedoch zugunsten einer stationären Massnahme aufgeschoben werden, um die Suchterkrankung des Mannes zu behandeln. Derzeit befindet sich der Beschuldigte im Gefängnis Winterthur.
Source: Google News CH — Crime (de)