Kein Terrorverdacht nach Messervorfall in Bellinzona
Die Bundesanwaltschaft sieht keinen terroristischen Hintergrund hinter einer Bedrohung mit einer Klinge in einem Tessiner Geschäft. Die Tatverdächtige ist in psychiatrischer Betreuung.

Kein Terrorverdacht nach Messervorfall in Bellinzona
Im Januar vergangenen Jahres soll eine Frau in einem Laden in Bellinzona Mitarbeitende mit einer Klinge bedroht und dabei religiöse Parolen gerufen haben. Die Ermittlungsbehörden sehen darin keinen terroristischen Akt. Laut einem Bericht von SRF unterhielt die Beschuldigte keine Kontakte zu islamistischen Gruppierungen und stand solchen Organisationen auch nicht nahe.
Die Frau erhält aktuell ambulante psychiatrische Hilfe und lebt in einer betreuten Wohngemeinschaft, wie weitere Medien berichten. Der Ruf «Allahu Akbar» wird im islamischen Glauben als Preisung Gottes verstanden, kann aber in bestimmten Kontexten auch als Kampfparole dienen.
Der Vorfall in der Tessiner Kantonshauptstadt weist Parallelen zu einem jüngeren Fall in Winterthur auf. Dort verletzte ein Mann am Bahnhof drei Passanten mit einer Stichwaffe. Zeugen berichteten, dass der Täter ebenfalls religiöse Rufe ausgestossen habe. Im Gegensatz zum Bellinzona-Fall stufte die Zürcher Sicherheitsdirektion diesen Angriff als terroristisch ein. Recherchen des Senders zeigen, dass der Winterthur-Täter dem Dschihadismus zugeneigt war.
Source: SRF