IS-Anhänger (15) plante Massaker an Juden in Zürich – Anklageschrift enthüllt Details
Ein 15-jähriger IS-Sympathisant griff im März 2024 in Zürich einen orthodoxen Juden mit 17 Messerstichen an. Die Anklageschrift zeigt: Er hatte Wochen zuvor geplant, so viele Juden wie möglich zu töten.

Zürcher Messerangriff auf orthodoxen Juden: Anklageschrift legt wochenlange Planung offen
Am 2. März 2024 stach ein damals 15-jähriger Schweizer auf offener Strasse in Zürich auf einen orthodoxen Juden ein und versetzte ihm 17 Messerstiche. Das Opfer überlebte nach einer Notoperation. Wie Blick berichtet, enthüllt die diese Woche veröffentlichte Anklageschrift erschreckende Details über das Ausmass der Vorplanung.
Der Angreifer besitzt neben dem Schweizer Pass auch die tunesische Staatsbürgerschaft – er wurde in Tunesien geboren und mit drei Jahren eingebürgert. Sein Weg in den Extremismus führte über krude Online-Netzwerke: Anfangs harmlose Internetsuchen mündeten in Märtyrer-Fantasien, bis die Radikalisierung in einem Bekennervideo gipfelte, das er wenige Stunden vor der Tat hochlud.
Bombenplan, Steakmesser, gezielte Opfersuche
Laut Anklageschrift hatte der Jugendliche über Wochen geplant, «so viele Juden wie möglich zu töten». Im Netz erkundigte er sich bei einem Gleichgesinnten nach der Herstellung von Sprengstoff. Da ihm das zu kompliziert erschien, kaufte er am Tag vor der Tat im Glattzentrum in Wallisellen ein Steakmesser. Über soziale Medien fragte er einen Unbekannten: «Zu welcher Zeit treffen sich die Juden?» Sein erklärtes Ziel war es, Juden beim Gebet in einer Synagoge zu töten.
Am Abend des 2. März betrat er um 21.20 Uhr die Treppe einer Synagoge und versuchte einzudringen, während er alles live streamte. Als die Tür verschlossen war, sagte er in die Kamera: «Ach, so ein Mist. Die Tür ist geschlossen. Ich werde also einzelne Operationen durchführen.»
17 Stiche – Versuch, dem Opfer die Kehle durchzuschneiden
Rund vier Minuten und zwanzig Sekunden später traf er auf einen 50-jährigen orthodoxen Juden, der auf dem Weg zu seiner Familie war. Als das Opfer an einem Hauseingang klingelte, fiel der Jugendliche von hinten über ihn her. Er zielte zunächst auf Hals und Kopf, dann versuchte er, dem Mann die Kehle durchzuschneiden.
Das Opfer flüchtete blutend auf die Strasse und rief nach Hilfe, doch der Angreifer verfolgte ihn und liess nicht ab. Das Gerangel endete erst auf der Motorhaube eines vor einer roten Ampel stehenden Autos, als Passanten den Jugendlichen überwältigten. Der Mann erlitt schwere Lungenverletzungen und musste notoperiert werden.
Das gesamte Geschehen wurde live gestreamt. Erst nach der Festnahme schaltete die Polizei das Video ab. Noch während er am Boden gefesselt sass, rief der Jugendliche wiederholt: «Ich muss alle Juden töten.»
IS-Propaganda und Gewaltaufnahmen auf dem Smartphone
Auf dem Handy des Beschuldigten fanden Ermittler eine Reihe verstörender Aufnahmen: Erschiessung, Enthauptungen, Verbrennungen sowie Szenen, in denen Menschen von einem Panzer überrollt werden. Die Anklageschrift hebt elf Gewaltdarstellungen besonders hervor.
Dem Schweiz-Tunesier werden neben mehrfach versuchtem Mord auch die Verbreitung pornografischen Materials mit Darstellungen von sexuellen Handlungen mit Tieren sowie nicht tatsächlichen sexuellen Handlungen mit Minderjährigen vorgeworfen.
Die Jugendanwaltschaft fordert eine Freiheitsstrafe von einem Jahr sowie die Unterbringung in einer Erziehungs- oder Behandlungseinrichtung.
Source: Blick