Demonstrant beschuldigt Genfer Polizei nach Anti-G7-Demo von Prügelattacke
Ein 28-jähriger Schweizer gibt an, am Sonntagabend in Genf von Zivilpolizisten zusammengeschlagen worden zu sein. Er hat Anzeige erstattet, ein weiteres Paar ebenfalls.
Vorwürfe gegen Zivilpolizisten nach G7-Einsatz in Genf
Wie Blick unter Berufung auf die «Tribune de Genève» berichtet, soll ein 28-jähriger Schweizer am Sonntag gegen Mitternacht am Rande der Anti-G7-Demonstration im Genfer Quartier Pâquis von Polizisten in Zivil brutal zusammengeschlagen worden sein.
Der Mann gibt an, von den Beamten verfolgt, geschlagen, mit Tränengas besprüht und anschliessend mit Handschellen gefesselt worden zu sein. «Er dachte, er würde sterben», erklärte seine Schwester gegenüber der Zeitung. Vor dem Vorfall wollte er nach eigenen Angaben Angehörige mit Lebensmitteln versorgen, die das Quartier Pâquis wegen einer Polizeisperre nicht verlassen konnten.
Anwohner wurden Zeugen der Szene. «Ein Polizeiauto fuhr vorbei, ohne anzuhalten», berichtet einer von ihnen. Ein Video zeigt zudem, wie eine Patrouille die Auseinandersetzung beobachtet und den Ort danach verlässt. Das mutmassliche Opfer, seine Familie und mehrere Zeugen bestreiten gegenüber der Zeitung, dass er Polizeianweisungen verweigert habe.
Der 28-Jährige erlitt einen Handbruch, schwere Blutergüsse sowie eine Kopfverletzung und hat Anzeige erstattet. Ein Paar, das zur gleichen Zeit mit dem Velo unterwegs war und nach eigenen Angaben ebenfalls angegriffen wurde, hat ebenfalls Strafanzeige eingereicht.
Die Genfer Polizei bestätigt, dass im Rahmen der Sicherheitsmassnahmen zum G7-Gipfel eine Festnahme stattgefunden hat, äussert sich jedoch nicht weiter zum Vorfall. Derzeit seien Überprüfungen und eine Analyse des Einsatzes im Gang, teilt sie mit.
Source: Blick