Phishing-Betrug in der Schweiz: Fälle steigen 2025 um 15 Prozent

Phishing bleibt die häufigste Betrugsmasche in der Schweiz. Beim Bankenombudsmann nahmen Anfragen zu Zahlungsbetrug in vier Jahren um 253 Prozent zu.

Phishing-Betrug in der Schweiz: Fälle steigen 2025 um 15 Prozent

Phishing-Welle rollt weiter – Bankenombudsmann verzeichnet Rekordzahlen

Phishing-Mails, gefälschte SMS und betrügerische Anrufe haben in der Schweiz 2025 erneut zugelegt. Wie srf.ch berichtet, stiegen die Betrugsfälle insgesamt um 15 Prozent – und Phishing bleibt dabei die mit Abstand beliebteste Methode der Kriminellen. Innert vier Jahren hat die Zahl der Anfragen beim Schweizerischen Bankenombudsmann zu Betrugsmaschen im Zahlungsverkehr um 253 Prozent zugenommen.

Bei Phishing werden Passwörter, Log-in-Daten oder Kontoinformationen über gefälschte E-Mails, SMS oder Fake-Anrufe abgegriffen. Bankenombudsmann Andreas Barfuss erklärt die Hartnäckigkeit dieser Methode schlicht: «Man kann massenhaft E-Mails absetzen – und womöglich reagiert eine von einer Million Personen darauf.» Die Masche koste die Täter nichts und lohne sich dennoch.

2575 Fälle, 98 Prozent Banken folgen Empfehlungen

Die Ombudsstelle von Andreas Barfuss erledigte im vergangenen Jahr insgesamt 2575 Fälle – 100 mehr als im Vorjahr. In 319 Fällen intervenierte sie direkt beim betreffenden Finanzinstitut, in 174 Fällen wurden konkrete Lösungsvorschläge gemacht. Die Banken folgten den Empfehlungen in 98 Prozent der Fälle und kamen den betroffenen Kundinnen und Kunden entgegen.

Hauptursache der Beschwerden blieben erneut Betrugsfälle im Zusammenhang mit Kartenzahlungen und Onlinebanking.

KI erleichtert Kriminellen die Arbeit

Barfuss rechnet nicht damit, dass die Betrugszahlen künftig sinken werden – insbesondere wegen des Einsatzes von künstlicher Intelligenz. Mit KI lassen sich Stimmen von Verwandten, Polizisten oder IT-Supporterinnen täuschend echt imitieren, um mit fingierten Anrufen Geld zu erschleichen.

Gleichzeitig verändert KI auch die Arbeit der Ombudsstelle selbst: Immer mehr betrogene Bankkunden lassen ihre Beschwerden von KI-Tools formulieren, statt sich telefonisch zu melden. Diese Eingaben seien zwar sprachlich und argumentativ oft elegant, aber juristisch schwach, so die Ombudsstelle. Häufig sei unklar, auf welchen Quellen die Argumentation basiere – und diese werde oft von ausländischem Recht abgeleitet. Barfuss nennt die internen Recherchen «Schnitzeljagden».

Hinzu kommt ein weiteres Problem: «Die künstliche Intelligenz hat einen Bias: Sie möchte dem Benutzer gefallen. Und so weckt sie womöglich Erwartungen, die sich dann nicht einlösen lassen», sagt Barfuss. Das erhöhe das Konfliktpotenzial zwischen Beschwerdeführern und Banken – und damit den Arbeitsaufwand der Ombudsstelle.

Millionen für Berechtigte nachrichtenloser Vermögen

Im Rahmen seiner Funktion als Anlaufstelle für nachrichtenlose Vermögenswerte erhielt der Bankenombudsmann 2025 zudem 460 neue Suchanfragen. Dabei konnten 33 kontaktlose Kundenbeziehungen mit Konto- und Depotwerten von insgesamt 12,1 Millionen Franken den berechtigten Personen zugänglich gemacht werden – dazu kamen sieben Schrankfächer.

Seit der Einführung dieses Systems im Jahr 2001 hat die Anlaufstelle insgesamt 772 solcher Kundenbeziehungen ermittelt und berechtigten Personen Werte von 157,3 Millionen Franken sowie den Inhalt von 82 Schrankfächern übergeben.

Source: Google News CH — Crime (de)