Nach Messerangriff in Winterthur: Bundesanwalt vermutet terroristischen Hintergrund
Die Bundesanwaltschaft geht bei der Attacke am Bahnhof Winterthur von einem extremistischen Beweggrund aus. Ein psychiatrisches Gutachten soll zusätzliche Erkenntnisse liefern.

Nach Messerangriff in Winterthur: Bundesanwalt vermutet terroristischen Hintergrund
Am Bahnhof Winterthur hat ein 31-Jähriger drei Passanten mit einer Stichwaffe attackiert und verletzt. Der Tatverdächtige befindet sich seit der Festnahme in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft führt das Verfahren wegen mehrfachen versuchten Totschlags und der Begünstigung einer terroristischen Gruppierung.
In einem Gespräch mit dem Sender SRF gab der oberste Bundesstrafverfolger Stefan Blättler Einblicke in den aktuellen Ermittlungsstand. Demnach deuten die bisherigen Vernehmungen des Beschuldigten auf einen politisch motivierten Hintergrund hin. Blättler räumte jedoch ein, dass die psychische Verfassung des Mannes noch unklar sei. Ein forensisch-psychiatrisches Gutachten soll hier Abhilfe schaffen. Der Bundesanwalt wies darauf hin, dass geistige Gesundheit und ideologische Radikalisierung nicht zwangsläufig im Widerspruch zueinander stehen müssen.
Eine Komplikation für die Fahnder ergibt sich aus der Tatsache, dass die digitalen Endgeräte des Angreifers versiegelt sind. Wie die «NZZ am Sonntag» berichtete, hat der Beschuldigte selbst die Sperrung beantragt – ein Vorgehen, das ihm nach geltendem Schweizer Recht zusteht. Die Strafverfolgungsbehörden haben daher keinen Zugriff auf möglicherweise entscheidende Kommunikationsdaten, Kontakte und Nachrichten aus der Zeit vor der Tat. Ob und wann die Geräte freigegeben werden, entscheidet das Zwangsmassnahmengericht; eine Verfügung liegt noch nicht vor.
Blättler äusserte die Befürchtung, dass die Sicherheit der Öffentlichkeit durch die Verzögerung beeinträchtigt werden könne. Er hoffe, dass die Entscheidung des Gerichts nicht allzu lange auf sich warten lasse.
Quelle: 20 Minuten
Source: 20 Minuten