Ruag zahlte Lösegeld an Hackergruppe Akira trotz Bundeswarnung
Der Bundesbetrieb Ruag bezahlte nach einem Datendiebstahl Lösegeld an die Hackergruppe Akira – obwohl das Bundesamt für Cybersicherheit davon abrät.

Ruag ignorierte Bundesempfehlung und zahlte Lösegeld nach Hackerangriff
Die Hackergruppe Akira ist im vergangenen Herbst in die Systeme der US-Tochterfirma Ruag LLC eingedrungen und hat dabei «grosse Datenmengen» gestohlen. Wie 20 Minuten berichtet, zahlte der Bundesbetrieb daraufhin Lösegeld – und erhielt die Daten laut eigenen Angaben vollständig zurück.
Ruag-Verwaltungsratspräsident Jürg Rötheli bestätigte gegenüber SRF die Zahlung und bezeichnete den Betrag als «gering». Laut dem Bericht fordert Akira üblicherweise einen tiefen sechsstelligen Betrag. Ein Screenshot aus dem Darknet zeigt, dass die Gruppe 24 Gigabyte an «Unternehmensdokumenten» erbeutet hat, darunter Sozialversicherungsnummern und Pässe von Mitarbeitenden.
Die Zahlung steht im direkten Widerspruch zu den Empfehlungen des Bundesamts für Cybersicherheit (BACS). Unter der Rubrik «Datenabfluss» hält das Amt fest: «Das BACS rät generell von der Zahlung eines Lösegelds ab.» Begründung: Es gebe keine Garantie, dass Kriminelle die Daten nach der Zahlung nicht doch veröffentlichen. Zudem finanziere jede erfolgreiche Erpressung die Weiterentwicklung künftiger Angriffe.
Ruag verteidigt den Entscheid. Die Zahlung sei mit unternehmensinternen Gremien sowie einem «renommierten US-Rechtsexperten» abgesprochen worden. Der entstandene Schaden habe sowohl finanziell als auch sicherheitsspezifisch auf ein Minimum begrenzt werden können, teilte das Unternehmen mit.
Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) gibt an, nicht über die Zahlung informiert worden zu sein. Weitergehende Stellungnahmen lehnte das Departement von Bundesrat Martin Pfister vorerst ab.
Kritik kommt von IT-Unternehmer und SVP-Nationalrat Mauro Tuena: «Diese Hackergruppierung weiss jetzt, dass der Bund bereit ist, Lösegeld zu bezahlen – dieses Signal nach aussen ist verheerend», sagte er gegenüber SRF.
Source: 20 Minuten