Betrug in der Schweiz: Fake-Polizisten, Jobfallen und unseriöse Onlineshops
Beobachter.ch warnt vor mehreren aktiven Betrugsmaschen in der Schweiz – von gefälschten Spendenaufrufen bis zu betrügerischen Jobangeboten.

Welle von Betrugsmaschen trifft Schweizer Konsumenten
Beobachter.ch dokumentiert eine Reihe aktiver Betrugsmaschen, die derzeit in der Schweiz kursieren – von falschen Spendenaufrufen nach dem Brand in Crans-Montana bis zu betrügerischen Stelleninseraten und einem umstrittenen Onlineshop.
Falsche Spendenaufrufe nach Brand in Crans-Montana
Nach dem verheerenden Brand in Crans-Montana haben Kriminelle die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung ausgenutzt. Auf Crowdfunding-Plattformen wie GoFundMe wurden betrügerische Kampagnen entdeckt, bei denen Täter gestohlene Fotos von verstorbenen Opfern verwendeten. Die Kantonspolizei Waadt warnte auf Instagram ausdrücklich vor diesen Machenschaften. Wer spenden möchte, sollte ausschliesslich verifizierte, offizielle Kanäle nutzen – etwa direkt beim Kinderspital Zürich oder bei der Organisation Oscare.
Money-Mule-Rekrutierung über Jobinserate
Die Kantonspolizei Zürich warnte vor verlockenden Jobangeboten im Internet, etwa als Produkttester oder Remote-Mitarbeiter. Dahinter steckt laut den Behörden ein Rekrutierungsschema für sogenannte Money-Mules: Die angeworbenen Personen sollen Geld über ihre eigenen Konten weiterleiten. Statt des versprochenen Lohns riskieren sie eine Strafanzeige wegen Geldwäscherei. Die Polizei empfiehlt, Bank- und Zugangsdaten niemals preiszugeben und bei verdächtig hohen Provisionen für einfache Tätigkeiten misstrauisch zu bleiben.
Bundesamt warnt vor gefälschten Jobangeboten für Arbeitslose
Das Bundesamt für Cybersicherheit (Bacs) hat in einer Medienmitteilung auf eine weitere Betrugsmasche hingewiesen, die gezielt Stellensuchende ins Visier nimmt. Betrüger rekrutieren Interessierte für vermeintlich einfache Tätigkeiten wie das Schreiben von Bewertungen, das Testen von Apps oder das Empfehlen von Modeartikeln. Für neue Aufträge und die angebliche Lohnauszahlung müssen die Betroffenen vorab Gebühren entrichten – Aufgaben und Lohn bleiben danach aus.
Eine ergänzende Methode: Kriminelle schalten auf gefälschten Websites unter dem Namen echter Schweizer Unternehmen Homeoffice-Stellenangebote. Bewerberinnen und Bewerber geben dabei Lebensläufe preis oder leisten Zahlungen im Bewerbungsprozess. Besonders tückisch ist, dass solche Inserate mitunter auf offiziellen Portalen – online wie im Print – auftauchen. Wer bereits Geld überwiesen hat, sollte umgehend Anzeige bei der Polizei erstatten.
Konsumentenschutz listet Lamiso.ch als problematischen Anbieter
Der Konsumentenschutz führt den Onlineshop Lamiso.ch in seiner Liste unseriöser Anbieter. Laut der Organisation verstösst der Shop gegen die Impressumspflicht und gibt keine gültige Schweizer Adresse an – was einen Verstoss gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb darstellen kann. Lamiso verkauft hauptsächlich Putzutensilien, darunter sogenannte «Wundertüechli» mit angeblich besonderer Saugfähigkeit.
Negative Bewertungen auf Trustpilot zeigen ein einheitliches Muster: Kunden berichteten, sie hätten aufgrund des Webauftritts ein Schweizer Produkt erwartet, tatsächlich aber minderwertige Ware aus Fernost erhalten – teils identisch mit Produkten auf Billigplattformen wie Temu. Abklärungen durch den Beobachter ergaben zudem, dass der Shop derzeit mit zahlreichen Anzeigen auf Facebook und Instagram aggressiv für neue Kundschaft wirbt. Die Betreiber äusserten sich gegenüber dem Beobachter nicht.
BLV warnt vor nicht zugelassenen Pestiziden
Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) warnt vor Pestiziden, die in der Schweiz nicht zugelassene Wirkstoffe enthalten und Gesundheit sowie Umwelt gefährden können. Einige dieser Produkte werden online beworben und sind hierzulande verboten. Das BLV rät, Pflanzenschutzmittel ausschliesslich im Fachhandel oder bei Schweizer Onlineshops zu kaufen, da Produkte ausländischer Händler möglicherweise nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.
Source: Google News CH — Crime (de)