Polizist trotz Gewaltverurteilung befördert – Lausanner Linke verlangt Konsequenzen

Ein Lausanner Polizist wurde 2021 befördert, obwohl er wenige Jahre zuvor wegen brutaler Schläge gegen einen gefesselten Mann rechtskräftig verurteilt worden war. Die linke Stadtregierung fordert nun strengere Massnahmen.

Polizist trotz Gewaltverurteilung befördert – Lausanner Linke verlangt Konsequenzen

Polizist trotz Gewaltverurteilung befördert – Lausanner Linke verlangt Konsequenzen

Ein Beamter der Stadtpolizei Lausanne erhielt 2021 eine Beförderung, obwohl er erst wenige Monate zuvor rechtskräftig wegen Körperverletzung verurteilt worden war. Der Mann hatte im Jahr 2019 im Universitätsspital Lausanne (CHUV) einen bereits gefesselten Patienten brutal geschlagen. Das Bundesgericht bestätigte die Strafe. Trotzdem wurde der Polizist nicht zurückgestuft oder entlassen – im Gegenteil, er stieg in der Hierarchie auf.

Dieser Fall wurde von der Zeitung Le Temps aufgedeckt. Die Recherche zeigt, dass mehrere Angehörige der Lausanner Sicherheitskräfte trotz strafrechtlicher Verurteilungen weiter im Dienst blieben und keine disziplinarischen Konsequenzen erlitten.

Bei der letzten Sitzung der Stadtregierung vor dem Ende der Legislatur äusserte sich die linke Seite des Gemeinderats empört. Mehrere Politikerinnen und Politiker bezeichneten den Vorgang als «schockierend» und sprachen von «Straflosigkeit». Sie forderten den Stadtrat auf, rasch Massnahmen gegen Verwaltungsangestellte zu ergreifen, deren Verhalten mit ihrem Amt unvereinbar ist.

Die Angelegenheit wirft ein Schlaglicht auf die internen Kontrollmechanismen der Lausanner Stadtverwaltung. Bisher fehlten offenbar klare Regelungen, die eine automatische disziplinarische Prüfung bei strafrechtlichen Verurteilungen von Stadtangestellten vorsehen.

Source: Le Temps