Schussopfer beim Rave in Aarau: «Er hat mich gejagt» – Fabrizio (31) überlebte knapp
Fabrizio Grande wurde beim Rave im Aarauer Schachen von einer Kugel in der Hüfte getroffen. Die Waffe klickte zweimal – er hatte Glück.
Schussopfer Fabrizio (31) schildert, wie er dem Täter in die Augen schaute
In der Nacht auf Sonntag endete ein Rave im Aarauer Schachen in einer Schiesserei: Die 22-jährige Maria S. wurde getötet, fünf weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Einer von ihnen ist der Aargauer Fabrizio Grande, der eine Kugel in der Hüfte abbekam. Wie Blick berichtet, schilderte der 31-Jährige gegenüber Tele M1, wie er den Schützen aus nächster Nähe wahrnahm.
«Ich habe immer das Gleiche im Kopf», sagt Grande. «Wie er sich zu mir gedreht hat, weil ich ja nicht in der Menschenmenge gewesen bin. Mich hat er offensichtlich gejagt. Es ist einfach krass, dass jemand mit einer AK dasteht und dich einfach umbringen will.»
Grande rief dem Schützen noch etwas zu – «Du arme Siech, jetzt hör mal uff» – und ging dann hinter ein Auto. Dort wurde er von zwei ihm unbekannten Personen erstversorgt. «Sie haben mir gesagt, dass ich stark blute», erzählt er. «Ich habe gar nicht realisiert, dass ich wirklich angeschossen worden bin.» Erst als er seinen blutigen Schuh und sein blutiges Hosenbein sah, sei ihm bewusst geworden, was tatsächlich geschehen war.
Dass er noch lebt, bezeichnet Grande selbst als Glück. «Ein Schuss ist rausgegangen, zweimal hat die Waffe nur geklickt», sagt er. «Fehlfunktion, Schutzengel, weiss Gott, wer das gewesen ist. Aber eigentlich hätte er mich treffen sollen.»
Grande ist überzeugt, dass es nur einen Schützen gab – und dass dieser militärisch ausgebildet war. «Er hat gewusst, wie man ein Gewehr hält. Er hat gewusst, wie man sich mit einem Gewehr bewegt und zielt», sagt Grande. «Und er hat wirklich gewartet, bis die Musik aus war und die Menschenmenge aus dem Ausgang kam. Dann hat er angefangen zu schiessen.»
Am Montag gab die Kantonspolizei Aargau die Festnahme eines 43-jährigen Schweizers bekannt, der unter dringendem Tatverdacht steht. Für Mittwoch, 14 Uhr, hat die Polizei eine Medienkonferenz angekündigt. Bis dahin würden keine weiteren Informationen herausgegeben, hiess es.
Source: Blick