Prozess in Nyon: Rennfahrer wegen Vergewaltigung in Schumachers Anwesen angeklagt

Ein 30-jähriger Rennfahrer steht in der Schweiz vor Gericht. Er soll 2019 eine Pflegerin auf dem Anwesen von Michael Schumacher vergewaltigt haben.

Prozess in Nyon: Rennfahrer wegen Vergewaltigung in Schumachers Anwesen angeklagt

Rennfahrer vor Gericht in Nyon: Vorwurf der Vergewaltigung auf Schumachers Grundstück

Wie lessentiel.lu berichtet, steht der 30-jährige Rennfahrer Joey M. vor dem Gericht in Nyon in der Schweiz – der Vorwurf lautet auf zweifache Vergewaltigung. Die mutmaßliche Tat soll sich am 23. November 2019 auf dem Anwesen von Formel-1-Legende Michael Schumacher in Gland zugetragen haben.

Das mutmaßliche Opfer, eine Pflegefachfrau, die laut Anklage in den Dreißigern ist, gehörte zum medizinischen Team, das Schumacher vor Ort betreute. Der siebenfache Weltmeister hatte 2013 bei einem Skiunfall in Méribel schwere Verletzungen erlitten. Der Angeklagte war damals mit Mick Schumacher befreundet und fuhr in derselben Rennserie – er hatte zuvor erfolglos versucht, in die Formel 1 aufzusteigen.

Am Abend des mutmaßlichen Übergriffs trafen sich der Beschuldigte und die Pflegefachfrau im Billardzimmer der Villa, wo zwei Kollegen der Frau nach ihrer Schicht mit dem Mann Billard spielten. Im Lauf des Abends konsumierte die Pflegefachfrau mehrere Wodka-Drinks. Schließlich habe sie sich so unwohl gefühlt, dass sie nicht mehr aufrecht stehen konnte.

Der Angeklagte und ein Physiotherapeut brachten sie daraufhin laut Anklage in ein für das Personal reserviertes Zimmer und legten sie unbekleidet ins Bett. Kurz darauf soll der Rennfahrer zurückgekehrt sein und die bewusstlose Frau zweimal missbraucht haben. Bei seiner Vernehmung gab der Beschuldigte an, der Sex sei einvernehmlich gewesen und er habe mit der Frau eine freundschaftliche Beziehung gepflegt.

Am nächsten Morgen konnte sich die Pflegerin nach eigenen Angaben an nichts erinnern. Einige Hinweise machten sie jedoch stutzig. Laut Anklage schrieb ihr der Rennfahrer per SMS: „Es tut mir leid" – eine Nachricht, die laut Staatsanwaltschaft als selbstbelastend gewertet wird. Die Frau forderte ihn daraufhin auf, ihr fernzubleiben.

Aus Angst, ihren Job zu verlieren, schwieg sie zunächst. Erst im Januar 2022 erstattete sie Anzeige. Zuvor hatte sie ihre Stelle bei der Familie Schumacher verloren – nach eigenen Angaben war der mutmaßliche Täter daran beteiligt. Ein direkter Zusammenhang mit der Familie Schumacher besteht laut Anklage nicht; zum Zeitpunkt des mutmaßlichen Übergriffs war kein Familienmitglied auf dem Anwesen anwesend. Für den Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.

Source: BILD