Phishing-Welle nach Hotelbuchungen: Kreditkartendaten im Visier

Betrüger missbrauchen echte Buchungsdaten für täuschend echte WhatsApp-Nachrichten. Die Fallzahlen in der Schweiz verdreifachten sich im Mai.

Phishing-Welle nach Hotelbuchungen: Kreditkartendaten im Visier

Betrügerische WhatsApp-Nachrichten nach Hotelbuchungen nehmen stark zu

Wie news.joyn.at berichtet, warnt das Schweizer Bundesamt für Cybersicherheit (Bacs) vor einer zunehmenden Betrugsmasche, bei der Kriminelle bestehende Hotelbuchungen als Einstiegspunkt nutzen, um an Kreditkartendaten zu gelangen. Im Mai verdreifachten sich die entsprechenden Phishing-Meldungen in der Schweiz gegenüber dem Vormonat: Wurden im April acht Fälle gemeldet, waren es im Mai bereits 23 – ein Anstieg, der in den Jahren 2024 und 2025 bislang nicht verzeichnet worden war.

Das Bacs führt die Präzision der Angriffe auf ein Datenleck im Umfeld der Buchungsplattform Booking.com zurück, das im April bekannt wurde. Kriminelle verschafften sich damals Zugriff auf sensible Nutzerdaten und setzen diese nun gezielt ein, um durch personalisierte Nachrichten Vertrauen zu gewinnen.

Der Rückerstattungstrick

Bei der ersten Variante erhalten Hotelgäste unaufgefordert eine WhatsApp-Nachricht, die scheinbar vom Kundendienst von Booking.com oder direkt vom gebuchten Hotel stammt. Die Kriminellen beziehen sich dabei auf tatsächliche, vergangene Buchungen und kennen sowohl den Namen des Hotels als auch den der Gäste. Den Opfern wird mitgeteilt, bei der früheren Buchung sei ein Fehler aufgetreten, weshalb ihnen nun eine Rückerstattung zustehe.

Um das Geld angeblich zu erhalten, werden die Empfängerinnen und Empfänger aufgefordert, einen Link anzuklicken. Dieser öffnet zunächst eine gefälschte, aber täuschend echt aussehende Website des Zahlungssystems Twint, die auf eine Phishing-Seite einer Bank weiterleitet – dort sollen Kreditkartendaten eingegeben werden.

Zugriff auf Hotelsysteme

Bei der zweiten, laut Bacs schon länger bekannten Variante verschaffen sich Betrüger vorab über Phishing oder Schadsoftware Zugang zu den Buchungssystemen eines Hotels. Mit diesen Zugangsdaten können sie gezielt offene oder bevorstehende Buchungen von Gästen einsehen und ansprechen.

Die betroffenen Gäste werden dann häufig direkt über das offizielle Nachrichtensystem der Plattform oder zusätzlich per E-Mail oder WhatsApp kontaktiert. Die Täter setzen dabei bewusst Zeitdruck ein: Sie behaupten, die Buchung werde storniert, falls nicht umgehend eine Kreditkartenverifizierung über einen mitgelieferten Link erfolge – oder eine angebliche Vorauszahlung geleistet werde.

Unabhängig vom jeweiligen Vorwand führen die mitgeschickten Links stets auf täuschend echt gestaltete Phishing-Webseiten, auf denen Kreditkarten- oder Bankdaten abgegriffen werden sollen.

Empfehlungen des Bacs

Das Bacs schreibt, es sei „derzeit höchste Vorsicht geboten", und gibt folgende Hinweise:

Wer Kartendaten bereits auf einer solchen Seite eingegeben hat, sollte umgehend die eigene Bank oder Kreditkartenfirma kontaktieren, um die betroffene Karte sperren zu lassen. Haben Betrüger bereits Geld gestohlen, empfiehlt das Bacs, Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

Source: Google News AT — Crime (de)