Gewaltprävention Winterthur: Polizei-Einschaltungen vervierfacht

Die Winterthurer Fachstelle für Extremismus- und Gewaltprävention hat im letzten Jahr viermal so oft die Behörden alarmiert wie im Jahr davor.

Gewaltprävention Winterthur: Polizei-Einschaltungen vervierfacht

Gewaltprävention Winterthur: Polizei-Einschaltungen vervierfacht

Die Winterthurer Fachstelle für Extremismus- und Gewaltprävention (FSEG) hat im vergangenen Jahr dreizehnmal die städtischen Sicherheitskräfte hinzugezogen. Im Jahr davor waren es lediglich drei solcher Vorfälle gewesen. Dies geht aus dem aktuellen Jahresbericht der Einrichtung hervor, den SWI swissinfo.ch dokumentiert.

Bei den Meldungen ging es überwiegend um Heranwachsende, die sich mit bedrohlichen Worten oder Gewaltvorstellungen auffällig gemacht hatten. Ein konkreter Fall aus dem Bericht schildert einen jugendlichen Schüler mit psychischen Problemen, der mehrfach angedroht hatte, bei der Abschlussfeier ein Blutbad anzurichten.

Der für die Fachstelle zuständige Stadtverwalter Nicolas Galladé (SP) räumt ein, dass selbst gute Vorbeugungsarbeit nicht jedes Unglück abwenden könne. Er spielt damit auf den Messerangriff vom 28. Mai an, der die Bevölkerung stark beunruhigt hatte. Gerade angesichts solcher Ereignisse sei die Präventionsarbeit von entscheidender Bedeutung.

Zusätzlich widmet sich die Einrichtung zunehmend dem Phänomen der «Manosphere» – einer Online-Subkultur, in der sich verzerrte Männlichkeitsideale und Ablehnung gegenüber Frauen vermischen. Pädagogen beobachten dem Bericht zufolge, dass respektloses Auftreten gegenüber Lehrerinnen zunimmt.

Galladé betont, man dürfe die gesellschaftliche Entwicklung nicht ignorieren: «Wir müssen am Ball bleiben und unsere Augen und Ohren geöffnet halten.»

Source: Google News CH — Crime (de)