Gericht spricht Urteil im Fall des Zürcher Judenangriffs

Ein Jugendlicher, der im März 2024 in Zürich einen religiösen Mann mit einer Klinge schwer verletzte, muss für zwölf Monate in Haft. Die Strafe wird jedoch nicht angetreten, sondern durch eine Behandlungsmassnahme ersetzt.

Gericht spricht Urteil im Fall des Zürcher Judenangriffs

Gericht spricht Urteil im Fall des Zürcher Judenangriffs

Im Kanton Zürich ist das Strafverfahren gegen einen Teenager abgeschlossen worden, der im vergangenen Jahr einen gläubigen Mann niedergestochen hatte. Das zuständige Jugendgericht in Dielsdorf verhängte am Dienstag eine Freiheitsstrafe von einem Jahr. Die Vollstreckung wurde jedoch ausgesetzt und durch eine therapeutische Einweisung ersetzt. blue News

Die Tat datiert auf den 2. März 2024. An diesem Tag fiel der damals 15-jährige Angeklagte in der Limmatstadt einem orthodoxen Juden mit einer Stichwaffe an. Der Mann erlitt lebensbedrohliche Verletzungen. Laut Ermittlungen hatte der Jugendliche zuvor versucht, in ein Gotteshaus einzudringen, um dort weitere Gewalttaten zu begehen.

Die Behörden gehen von einer Online-Radikalisierung aus. Der Beschuldigte soll sich der Terrorgruppe «Islamischer Staat» zugeordnet haben. Bei der Urteilsbegründung unterstrich der Richter die besondere Schwere der Tat: Das gezielte Töten von Menschen jüdischen Glaubens sei ohne jegliches Gewissen geschehen.

Die Anklagebehörde warf dem jungen Mann versuchten Mehrfachmord, Beihilfe zu einer kriminellen Organisation sowie die öffentliche Anstiftung zu Hass und Ausgrenzung vor. Sie forderte die Höchststrafe von zwölf Monaten sowie ergänzende Schutzmassnahmen.

Der Verteidiger beantragte eine Herabstufung auf versuchte vorsätzliche Tötung und plädierte für eine bedingte Strafe von sechs Monaten. Zudem sollten eine persönliche Begleitung und ambulante psychiatrische Betreuung verfügt werden. Das Tribunal sprach den Angeklagten vom Vorwurf wiederholter Bedrohung frei.

Da der Täter zum Zeitpunkt der Tat minderjährig war, gilt das Jugendstrafrecht mit seiner maximalen Jahressstrafe. Ein Rechtsmittel gegen das Urteil bleibt möglich.

Source: Google News CH — Crime (de)