Zürcher Gericht verurteilt jugendlichen Messerstecher zu zwölf Monaten Haft
Ein 16-Jähriger wurde wegen eines tödlichen Angriffs auf einen religiösen Mann in Zürich verurteilt. Das Strafmass wird in eine therapeutische Massnahme umgewandelt.

Zürcher Gericht verurteilt jugendlichen Messerstecher zu zwölf Monaten Haft
Das Jugendgericht in Dielsdorf hat einen heute 16 Jahre alten Schweizer wegen eines versuchten Tötungsdelikts zu einer zwölfmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt. Die Vollstreckung der Haft bleibt ausgesetzt; stattdessen wird der Heranwachsende in einer geschlossenen Einrichtung untergebracht.
Die Tat datiert auf den 2. März 2024. Damals noch 15 Jahre alt, attackierte der Angeklagte in der Limmatstadt einen Mann in traditioneller jüdischer Tracht mit einer Klinge und brachte ihn in akute Lebensgefahr. Ermittler gehen davon aus, dass der Jugendliche zuvor versucht hatte, in ein Gotteshaus einzudringen, um dort weitere Anschläge zu verüben. Er soll sich online radikalisiert und einer terroristischen Vereinigung angeschlossen haben.
Die Anklagebehörde warf dem Beschuldigten vor, mehrere Morde geplant sowie eine kriminelle Gruppierung unterstützt zu haben. Sie forderte ein Jahr Gefängnis plus Begleitmassnahmen. Der Verteidiger beantragte hingegen eine halbjährige Strafe ohne Haft sowie ambulante Betreuung und widersprach der Einstufung als Mord.
Die Richter folgten der Anklage in den wesentlichen Punkten, sprachen den Jungen aber von weiteren Drohungen frei. In der Begründung hiess es, das gezielte Auslöschen von Menschen jüdischen Glaubens sei besonders verwerflich.
Quelle: blue News
Source: Google News CH — Crime (de)