Palliativarzt in Berlin wegen 15-fachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt

Das Landgericht Berlin hat einen 41-jährigen Palliativarzt wegen 15-fachen Mordes an Patienten verurteilt. Die Kammer stellte besondere Schwere der Schuld fest und ordnete Sicherungsverwahrung an.

Palliativarzt in Berlin wegen 15-fachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt

Berliner Gericht verurteilt Palliativarzt wegen Serienmords an 15 Patienten

Das Landgericht Berlin hat am Mittwoch einen 41-jährigen Palliativarzt wegen 15-fachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Wie Google News DE — Crime (de) berichtet, stellte das Gericht zugleich die besondere Schwere der Schuld fest, ordnete anschließende Sicherungsverwahrung an und verhängte ein lebenslanges Berufsverbot.

Nach der Beweisaufnahme war die Kammer überzeugt, dass der Mediziner zwölf Frauen und drei Männer bei Hausbesuchen durch ein Gemisch verschiedener Medikamente getötet hatte. Die Opfer waren zwischen 25 und 94 Jahre alt — alle schwerstkrank, ihr Tod aber nicht unmittelbar bevorstehend.

Die Vorsitzende Richterin bezeichnete den Angeklagten als Serienmörder und erklärte, die abgeurteilten Taten seien „wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs". Sie verwies dabei auf Telefonate des Arztes mit seiner Frau, in denen er davon gesprochen habe, „schon immer, schon lange" getötet zu haben. Als Tatmotiv wies die Richterin die vom Angeklagten geäußerte Darstellung zurück, er habe Schwerstkranke von ihrem Leid erlösen wollen. Vielmehr sei er von einem Machtgefühl geleitet gewesen.

Der Verurteilte stammt aus Frankfurt. Zwischen 2004 und 2013 studierte und promovierte er an der Goethe-Universität. Seit 2020 arbeitete er für einen Berliner Palliativpflegedienst. Die Ermittlungen wurden durch Brände ausgelöst, die er gelegt haben soll, um die Tötungen zu verdecken; Hinweise des Pflegedienstes brachten ihn schließlich in Verdacht.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Arzt vorgeworfen, zwischen September 2021 und Juli 2024 insgesamt 15 Menschen bei Hausbesuchen getötet zu haben. Mit dem Urteil folgte das Gericht dem staatsanwaltlichen Plädoyer vollumfänglich. Der Mann befand sich seit Anfang August 2024 in Untersuchungshaft und schwieg fast zwei Jahre lang zu den Vorwürfen.

Kurz vor Prozessende gestand er zwölf der 15 angeklagten Morde und bat Angehörige der Opfer, seine Familie sowie Kollegen um Entschuldigung. Die Verteidigung hatte zwar ebenfalls eine lebenslange Freiheitsstrafe für unvermeidlich gehalten, aber beantragt, weder die besondere Schwere der Schuld festzustellen noch Sicherungsverwahrung anzuordnen — beides ohne Erfolg.

Unabhängig vom abgeschlossenen Verfahren ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft inzwischen in 76 weiteren Verdachtsfällen. Eine zusätzliche Anklage gilt als wahrscheinlich.

Source: Google News DE — Crime (de)