Massive Viehdiebstähle in Brandenburg – Ermittler auf der Spur eines professionellen Netzwerks

Im Osten Deutschlands verschwinden seit Monaten regelmäßig ganze Rinderherden. Die Polizei vermutet eine gut organisierte Gruppe hinter den Raubzügen.

Massive Viehdiebstähle in Brandenburg – Ermittler auf der Spur eines professionellen Netzwerks

Massive Viehdiebstähle in Brandenburg – Ermittler auf der Spur eines professionellen Netzwerks

Im ostdeutschen Bundesland Brandenburg erschüttert eine Serie von Viehdiebstählen die Landwirtschaft. Seit mehreren Monaten verschwinden regelmäßig große Mengen Rinder von Weiden. Der jüngste Fall ereignete sich in der Nacht zum 12. Mai in der Ortschaft Grano nahe Schenkendöbern im Kreis Spree-Neiße. Dort entwendeten Unbekannte 32 Tiere vom Weideland. Der betroffene Landwirt schätzt den entstandenen Schaden auf einen sechsstelligen Eurobetrag.

Nach Berichten von Farmer.pl und dem deutschen Fachportal Agrarheute vermeldeten die Ermittler nun einen wichtigen Fortschritt. Zeugen beobachteten in der Nähe des Tatorts einen blauen Sattelschlepper mit speziell ausgestattetem Tieranhänger. Die Beamten werten aktuell Videoaufnahmen von Überwachungskameras in den Ortschaften Grano und Schenkendöbern sowie entlang der Bundesstraßen 97, 112 und 115 aus. Ziel ist es, das beschriebene Gespann zu identifizieren und die Fluchtroute der Täter nachzuvollziehen. Außerdem wandten sich die Fahnder mit einem Aufruf an Fernfahrer, die in der fraglichen Nacht in der Region unterwegs waren.

Die Behörden vermuten hinter den Diebstählen eine hochprofessionelle Gruppierung, die das erbeutete Vieh über die Grenze ins benachbarte Ausland bringt und dort weiterverkauft. Diese Annahme wird dadurch gestützt, dass sich unter den gestohlenen Tieren auch Exemplare seltener Erhaltungsrassen befanden. Solche Tiere lassen sich innerhalb Deutschlands und in zahlreichen EU-Ländern kaum absetzen, da ihre registrierte Herkunft eine Rückverfolgung erheblich erleichtert.

Brandenburgs Innenminister Michael Redmann erinnerte bei einem Pressetermin Mitte Mai auf einem der betroffenen Höfe an eine vergleichbare Diebstahlswelle in den Jahren 2015 bis 2017. Die damaligen Nachforschungen führten zur Aufdeckung und Zerschlagung einer polnischen Bande. Redmann gab zu Protokoll, dass die Ermittler nicht nur die aktuellen Straftaten aufklären, sondern auch potenzielle Nachahmer abschrecken wollen.

Nach Redmanns Darstellung agieren die mutmaßlichen Täter äußerst professionell. Die Fahnder gehen davon aus, dass die Diebe unbemannte Fluggeräte einsetzen, um ihre Ziele im Voraus auszukundschaften. Auf diese Weise verschaffen sie sich einen Überblick über das Gelände, die Stallgebäude, die Lage der Weideflächen und die täglichen Abläufe der Landwirte. Hinweise verdichten sich zudem, dass den Tieren vor dem Zugriff Sedativa verabreicht werden, um Geräusche zu minimieren und den Abtransport unbemerkt zu ermöglichen.

Neben Brandenburg verstärkten Polizei und Veterinärbehörden die Kontrollen von Tiertransportfahrzeugen in allen angrenzenden Gebieten.

Source: Google News PL — Crime (pl)