Mutmaßlicher Bandenchef wegen Betrugs mit 245.000 Euro angeklagt
Ein 22-Jähriger aus Dormagen soll als Logistiker eine Betrügerbande geleitet haben, die eine Wiesbadener Seniorin um ihr gesamtes Vermögen brachte.

Mutmaßlicher Bandenchef wegen Betrugs mit 245.000 Euro angeklagt
Die Wiesbadener Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen jungen Mann aus dem Rhein-Kreis Neuss erhoben. Der 22-Jährige soll die Geschäfte einer kriminellen Vereinigung in Deutschland koordiniert und Mitglieder rekrutiert haben. Das Netzwerk operierte demnach von außerhalb der Bundesrepublik.
Im Fokus steht ein Vorfall aus der hessischen Landeshauptstadt. Im Dezember 2025 täuschten die Betrüger eine ältere Frau. Sie gaben vor, ihr Vermögen sei gefährdet, und rieten ihr, die Barschaft einem Abholer zu übergeben. Die Seniorin übergab daraufhin eine Tüte mit 245.000 Euro. Den Kurierdienst übernahm der Beschuldigte persönlich.
Üblicherweise greifen bei dieser Form der Kriminalität nur untergeordnete Helfer ein, die keinen Einblick in die Hierarchie haben. Dass der mutmaßliche Organisator diesmal selbst aktiv wurde, ist für die Ermittler rätselhaft. Beamten gelang es, den Verdächtigen kurz vor der Geldübergabe festzunehmen.
Weitere Delikte im gesamten Bundesgebiet werden der Gruppe zugerechnet. Der Gesamtschaden wird auf etwa 680.000 Euro beziffert. Dem Angeklagten wird neben gewerbsmäßigem und bandenmäßigem Betrug auch die Planung eines Einbruchsdiebstahls sowie eines Tötungsdelikts zur Last gelegt. Ein Prozesstermin ist noch nicht bekannt.
Quelle: SWR
Source: Google News DE — Crime (de)