Anklage wegen Sabotage an Nord-Stream-Pipelines erhoben

Die deutsche Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen einen ukrainischen Staatsbürger erhoben, der den Anschlag auf die Nord-Stream-Gaspipelines im September 2022 koordiniert haben soll.

Anklage wegen Sabotage an Nord-Stream-Pipelines erhoben

Anklage wegen Sabotage an Nord-Stream-Pipelines erhoben

Die deutsche Bundesanwaltschaft hat am Mittwoch Anklage gegen den ukrainischen Staatsbürger Serhij Kuznetsov erhoben. Der Mann soll die Sabotageaktion gegen die Nord-Stream-1- und Nord-Stream-2-Gaspipelines im September 2022 koordiniert haben – berichtete die Deutsche Welle.

Nach Anklagevorwurf leitete Kuznetsov eine siebenköpfige Sabotagetruppe, die mit Hilfe der Segelyacht Andromeda Sprengladungen auf den im Ostsee verlaufenden Gaspipelines verlegte. Die Explosionen machten die Leitungen, die Russland mit Deutschland verbanden, unbrauchbar.

Dem Beschuldigten werden unter anderem Störung öffentlicher Versorgungseinrichtungen, Vorbereitung einer Sprengung, Beschädigung von Bauwerken und Beihilfe zu Kriegsverbrechen vorgeworfen. Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) vom vergangenen Dezember wurde die Tat mit hoher Wahrscheinlichkeit im Auftrag eines fremden Staates, konkret ukrainischer staatlicher Stellen, als Geheimdienstoperation durchgeführt.

Der Verdächtige wurde im August 2025 in Italien auf Grundlage eines deutschen Haftbefehls festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert. Im Verlauf der Ermittlungen stießen die Behörden auf Spuren militärischen Sprengstoffs an Bord der genannten Yacht. Auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten fanden sich weitere Hinweise auf seine Beteiligung. In abgehörten Telefongesprächen mit Verwandten und Bekannten sprach der Mann selbst über die Sabotage.

Ziel der Gruppe war laut Anklage die Zerstörung der Gaspipelines, die Russland mit Europa verbinden. Insgesamt konnten sieben Verdächtige identifiziert werden, einer von ihnen, ein Soldat, fiel jedoch inzwischen im ukrainischen Krieg. Die Ermittler stießen mithilfe von Kontrolldaten der polnischen Grenzschutzbehörde auf die Spur der Verdächtigen.

Serhij Kuznetsov bestreitet die Vorwürfe. Sein Anwalt teilte mit, dass seiner Ansicht nach das Gericht seinen Mandanten schließlich freisprechen werde. Der Prozess soll voraussichtlich im Herbst am Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg beginnen.

Quelle: Index.hu

Source: Index