Deutsche Staatsanwaltschaft wirft ukrainischem Staat Befehl für Nord-Stream-Anschlag vor
Die deutsche Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen einen ukrainischen Mann erhoben, der im Auftrag staatlicher Stellen den Anschlag auf die Nord-Stream-Pipelines geplant haben soll.

Deutsche Staatsanwaltschaft wirft ukrainischem Staat Befehl für Nord-Stream-Anschlag vor
Die deutsche Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen einen ukrainischen Verdächtigen erhoben, der im Auftrag ukrainischer staatlicher Behörden den Anschlag auf die Nord-Stream-Gaspipelines im Jahr 2022 geplant und durchgeführt haben soll. Dies geht aus einer Mitteilung der Ermittlungsbehörden hervor, über die der Guardian berichtete.
Der Beschuldigte, ein ukrainischer Staatsbürger namens Serhij K., war zum Zeitpunkt der Tat Offizier der ukrainischen Streitkräfte. Er wurde im vergangenen Sommer in Italien festgenommen und im November an Deutschland ausgeliefert. Der Mann bestreitet jegliche Beteiligung an der Tat.
Laut Anklageschrift arbeitete der Verdächtige zusammen mit weiteren Soldaten „auf Befehl ukrainischer staatlicher Behörden“ einen Plan zur Zerstörung der Nord-Stream-1- und Nord-Stream-2-Pipelines aus. Dies geschah nach dem Beginn der russischen Vollinvasion in die Ukraine im Februar 2022. Die Tat wurde von einer fünfköpfigen Gruppe ausgeführt. Dabei wurden drei der vier Leitungen der Nord-Stream-Pipelines beschädigt.
Der Angeklagte muss sich außerdem wegen Angriffs auf zivile Energieinfrastruktur sowie wegen Sprengstoff- und Sachbeschädigung verantworten. Die Nord-Stream-Pipelines waren im September 2022 explodiert. Der Anschlag führte zu einer erheblichen Einschränkung der russischen Gaslieferungen nach Europa.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte laut Reuters, er habe die vollständige Anklageschrift noch nicht erhalten. „Die zuständigen Behörden unserer Länder werden Kontakt aufnehmen, und sobald wir weitere Details erhalten, können wir reagieren. Derzeit wäre es noch zu früh, dazu Stellung zu nehmen“, so Selenskyj.
Die deutsche Regierung äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen. Nach deutschem Recht ist die Anleitung zu Angriffen auf zivile Ziele mit mindestens drei Jahren, in milderen Fällen mit einem Jahr Freiheitsstrafe bedroht. Der Prozess soll voraussichtlich im Herbst in Hamburg stattfinden.
Source: Telex