Berliner (68) wegen Drogen-Vergewaltigungen angeklagt – 58 mutmaßliche Opfer
Die Berliner Staatsanwaltschaft hat einen 68-jährigen Mann wegen 22 Vergewaltigungen und schwerer Körperverletzung angeklagt. Der Verdächtige soll über Dating-Apps kennengelernte Frauen mit Schlafmitteln betäubt, vergewaltigt und gefilmt haben.

Berliner (68) wegen Drogen-Vergewaltigungen angeklagt – 58 mutmaßliche Opfer
Die Staatsanwaltschaft Berlin hat am Dienstag, den 14. Juli 2026, die Anklage gegen einen 68-jährigen Mann aus der deutschen Hauptstadt erhoben. Der Rentner steht im Verdacht, Dutzende Frauen, die er über verschiedene Dating-Anwendungen kennengelernt hatte, unter Drogeneinfluss gesetzt, vergewaltigt und die Taten gefilmt zu haben.
Wie RTL berichtet, wirft die Anklagebehörde dem Beschuldigten "22 Vergewaltigungen" sowie "schwere Körperverletzung" vor. Die mutmaßlichen Opfer erinnerten sich an die Taten nicht und erfuhren erst im Rahmen der Ermittlungen von den existierenden Videoaufnahmen.
Die Untersuchungen nahmen ihren Anfang, nachdem die Polizei in Verden an der Aller, einer Kleinstadt im Norden Deutschlands, Anfang 2025 einen ähnlichen Fall mit einem inzwischen verstorbenen Tatverdächtigen bearbeitete. Bei der Auswertung der Online-Kommunikation dieses Mannes stießen die Ermittler auf Kontakte zum heute angeklagten Berliner. Gegen ihn wurde daraufhin Anfang März 2025 ein Verfahren eingeleitet.
Bei einer ersten Wohnungsdurchsuchung beschlagnahmte die Polizei Computer und Datenträger. Erst im Februar 2026, also ein Jahr später, fanden die Beamten bei einer zweiten Durchsuchung zahlreiche Videos, die sexuelle Übergriffe zeigen, die "wahrscheinlich" vom Beschuldigten begangen wurden. Im März wurde der 68-Jährige schließlich festgenommen.
Die Staatsanwaltschaft hat insgesamt 58 mutmaßliche Opfer identifiziert. Die Anklageschrift konzentriert sich zunächst auf 22 Straftaten an 14 Frauen. Zehn weitere mutmaßliche Opfer konnten bisher nicht identifiziert werden. Die Ermittlungen laufen noch für dreißig weitere Frauen. In drei weiteren Fällen reichen die Beweise derzeit nicht aus.
Laut Anklage soll der Mann den Frauen Schlafmittel in Verbindung mit Alkohol verabreicht haben, bevor er sie vergewaltigte. Zusätzlich wurden 36 weitere Vergewaltigungsverdachtsfälle aus den Jahren 2010 bis 2014 eingestellt, da diese nach geltendem deutschen Recht verjährt sind.
Der Fall erinnert an die Affäre Dominique Pelicot in Frankreich und löst erneut eine gesellschaftliche Debatte über die Verjährungsfristen bei Sexualdelikten gegenüber bewusstlosen Opfern aus.
Source: Google News FR — Crime (fr)