Mordprozess in Dresden: 30-Jähriger soll Baby beim Zocken getötet haben

Vor dem Landgericht Dresden steht ein 30-Jähriger wegen Mordes an einem neun Monate alten Säugling. Als Motiv nennt die Anklage Störungen beim Computerspielen.

Mordprozess in Dresden: 30-Jähriger soll Baby beim Zocken getötet haben

Anklage: Schütteltrauma während Computerspiel-Session

Vor dem Landgericht Dresden muss sich seit Kurzem ein 30-jähriger Mann wegen Mordes an einem neun Monate alten Säugling verantworten. Wie 20 Minuten unter Berufung auf die «Bild»-Zeitung berichtet, soll der Angeklagte den Sohn seiner damaligen Freundin im September 2025 tödlich verletzt haben, während er auf das Kind aufpasste.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, dem Jungen durch heftiges Schütteln oder stumpfe Gewalteinwirkung schwerste Kopfverletzungen zugefügt zu haben. Das Baby starb später im Krankenhaus. Die Ärzte stellten drei Schädelbrüche sowie Blutungen im Wirbelkanal fest. Ermittler fanden zudem Hinweise auf frühere Schädelverletzungen.

Als mögliches Motiv nennt die Anklage, dass der Mann sich durch das Kind in seinem Alltag gestört gefühlt habe – insbesondere beim Computerspielen. Vor Gericht sprach der Angeklagte ausführlich über das Online-Spiel «Apex Legends» und seine eigenen Leistungen darin: «Ich hatte die höchste Auszeichnung.» Einen direkten Zusammenhang zwischen dem Spiel und der Tat bestritt er jedoch.

Das Gericht verzeichnete zudem auffällig viele Erinnerungslücken beim Angeklagten. Zu den konkreten Vorwürfen will er sich erst an einem späteren Prozesstag äussern.

Bereits 2018 stand der Mann vor Gericht, weil er seine damals wenige Monate alte Tochter geschüttelt haben soll. Das Mädchen, heute zehn Jahre alt, trug bleibende Schäden davon. Der Angeklagte wurde damals freigesprochen. Laut Medienberichten prüft die Staatsanwaltschaft nun eine Wiederaufnahme dieses Verfahrens.

Source: 20 Minuten