Fünf Festnahmen bei Razzia gegen mutmaßliche Schleusergruppe

Ermittler in Deutschland und der Schweiz haben fünf Männer festgenommen, die einer kriminellen Organisation zugerechnet werden. Die Gruppe soll Hunderte Menschen auf illegalem Weg ins Bundesgebiet gebracht und dafür hohe Summen kassiert haben.

Fünf Festnahmen bei Razzia gegen mutmaßliche Schleusergruppe

Fünf Festnahmen bei Razzia gegen mutmaßliche Schleusergruppe

In einer gemeinsamen Aktion deutscher und schweizerischer Behörden wurden fünf Männer in Gewahrsam genommen. Die Verdächtigen werden einer kriminellen Vereinigung bezichtigt, die systematisch Menschen über Grenzen geschleust haben soll. Drei der Festgenommenen wurden im Ruhrgebiet, in Niedersachsen und in der Hauptstadt gefaßt, ein weiterer in der Westschweiz.

Die Männer im Alter von 25 bis 45 Jahren sollen syrische und libanesische Herkunft besitzen und zu den ranghohen Verantwortlichen des Netzwerks gezählt haben. Ihnen wird zur Last gelegt, im Zeitraum von Herbst 2023 bis Frühjahr 2024 für den Transport von 164 Personen – darunter mehr als ein Dutzend Minderjährige – verantwortlich gewesen zu sein. Die Gesamtzahl der von der Organisation ins Bundesgebiet verbrachten Menschen wird auf über 700 geschätzt. Dafür sollen erhebliche Geldbeträge verlangt worden sein.

Der Fall geriet erstmals ins Blickfeld der Fahnder, als im Jahr 2023 in Niederbayern dreißig Personen auf den Laderäumen von Nutzfahrzeugen entdeckt wurden. Die Region um Passau diente offenbar als wichtige Durchgangsstelle. Die Ermittler vermuten, dass die Betroffenen bei den Fahrten in akute Gefahr für Leib und Leben gebracht wurden.

Gegen zwei weitere Angehörige der Gruppe liegen bereits rechtskräftige Urteile vor. Die Strafkammern in Landshut und Passau verhängten in diesen Verfahren mehrjährige Freiheitsstrafen. Außerdem sitzen vier weitere Beschuldigte in Haftanstalten in Südosteuropa und im Kosovo und warten dort auf ihre Überstellung oder den Prozeß.

Die jetzt gefassten Verdächtigen sollen noch in diesen Tagen den Haftrichtern vorgeführt werden. Diese müssen entscheiden, ob Untersuchungshaft angeordnet wird. Die zuständige Anklagebehörde in Niederbayern bereitet zugleich das Auslieferungsersuchen für den in der Schweiz aufgegriffenen Mann vor.

Quelle: n-tv

Source: n-tv