Pizzabäcker bunkerte Kilogramm Kokain in Vereinslokal – Fünfeinhalb Jahre Haft

Ein 44-jähriger Italiener lagerte knapp drei Kilogramm Kokain in der Küche des TSV-Unterhaching-Lokals, in dem er als Pächter arbeitete. Das Landgericht München verurteilte ihn wegen bewaffneten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln.

Pizzabäcker bunkerte Kilogramm Kokain in Vereinslokal – Fünfeinhalb Jahre Haft

Pizzabäcker bunkerte Kilogramm Kokain in Vereinslokal – Fünfeinhalb Jahre Haft

In der Abstellkammer eines Sportvereins-Gasthauses im Münchner Umland entdeckten Beamte im Sommer vergangenen Jahres eine beträchtliche Menge Rauschgift. Rund drei Kilogramm Kokain hatten Ermittler in der Küche des Betriebs sichergestellt, den ein 44-jähriger Mann aus Italien als Pächter führte. Neben den Drogen fanden die Fahnder auch eine Präzisionswaage, Material zum Einpacken, eine Schreckschusswaffe sowie einen ausziehbaren Schlagstock. In der Privatwohnung des Beschuldigten stieß man außerdem auf etwa 1500 Euro Bargeld, das den Ermittlern zufolge aus früheren Drogengeschäften stammte.

Der Angeklagte war über mehrere Jahre als Koch im Lokal des TSV Unterhaching tätig, dessen Volleyball-Herren in der höchsten deutschen Spielklasse antreten. Der Verein hatte von den kriminellen Aktivitäten seines Pächters offenbar keine Kenntnis. Mittlerweile wird das Gasthaus unter neuer Leitung geführt.

Die Richter am Landgericht München sahen es als erwiesen an, dass der zweifache Familienvater über Monate hinweg das Rauschgift in seinen Räumlichkeiten eingelagert und für den Weiterverkauf portioniert hatte. Nach vier Verhandlungstagen verhängten sie eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten. Die Anklagebehörde hatte eine deutlich höhere Strafe von zehn Jahren gefordert. Das Strafmaß blieb damit am unteren Ende des gesetzlichen Rahmens, der zwischen fünf und 15 Jahren liegt. Der Verteidiger hatte in diesem Sinne plädiert.

Während der Verhandlung versuchte der Verurteilte, seine Rolle zu relativieren. Das Kokain habe einem Freund gehört, er selbst habe es nur zwischengelagert und als Gegenleistung einen Teil davon behalten dürfen. Die Waage habe er für Süßspeisen verwendet, das Vakuumiergerät für Wurstwaren. Die Schusswaffe sei nur zu Silvester zum Einsatz gekommen, den Schlagstock habe er einem Angestellten abgenommen. Diese Darstellungen überzeugten die Kammer nicht.

Seit August des Vorjahres saß der Italiener in Untersuchungshaft. Diese Zeit wird auf die verbüßte Strafe angerechnet. Aufgrund einer früheren Verurteilung muss er jedoch voraussichtlich mindestens zwei Drittel der Haft absitzen und wäre frühestens Anfang 2029 wieder auf freiem Fuß. Eine Rückführung in seine Heimat nach der Hälfte der Strafe ist laut BILD ebenfalls möglich.

Quelle: BILD

Source: BILD