Mordprozess Fall Fabian: Zeuge widerspricht Kindsvater vor Landgericht Rostock

Ein enger Freund von Matthias R. bleibt am 16. Prozesstag bei seiner Aussage: Der Vater habe Angeklagte Gina H. kurz nach Fabians Tod verdächtigt.

Mordprozess Fall Fabian: Zeuge widerspricht Kindsvater vor Landgericht Rostock

Zeuge bleibt bei brisanter Aussage zu Fabians Vater

Im Mordprozess um den achtjährigen Fabian aus Güstrow hat ein langjähriger Freund des Kindsvaters am 16. Prozesstag vor dem Landgericht Rostock an seiner Darstellung festgehalten. Wie fr.de berichtet, ließ sich der 38-jährige Zeuge auch auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters Holger Schütt nicht von seiner Version abbringen.

Der Zeuge hatte zuvor bei der Polizei ausgesagt, Matthias R. — der Vater des getöteten Kindes — habe die Angeklagte Gina H. kurz nach dem Fund von Fabians Leiche telefonisch verdächtigt. Das Gespräch fand demnach am 14. Oktober statt, dem Tag, an dem die Leiche entdeckt wurde. Matthias R. habe dabei geäußert, Gina H. könnte für den Tod seines Sohnes verantwortlich sein. Der Zeuge fuhr daraufhin zu ihm, weil Matthias R. Alkohol getrunken hatte. Er beschreibt ihn als nüchtern und klar wirkend, aber wütend.

Matthias R. revidierte seine Einschätzung nach Untersuchungshaft

Gina H. wurde Anfang 2026 in Untersuchungshaft genommen. Dem Zeugen gegenüber soll Matthias R. seine frühere Einschätzung danach geändert haben: Er halte sie nun für unschuldig, weil es zu viele Widersprüche und keine Beweise gäbe.

Dieses Verhalten steht im Widerspruch zur Aussage, die Matthias R. selbst vor Wochen vor Gericht gemacht hatte. Er erklärte dort vollkommen unerwartet, Gina H. für unschuldig zu halten. Richter Schütt zweifelte öffentlich an seiner Aufrichtigkeit. Die Staatsanwaltschaft leitete kurz darauf Ermittlungen wegen des Verdachts der Falschaussage gegen Matthias R. ein.

Als Richter Schütt den Zeugen fragte, warum Matthias R. nun eine andere Version erzähle, antwortete dieser: „Ich habe lange überlegt, aber ich weiß es nicht — wirklich."

Angeklagte soll Fabian als Hindernis gesehen haben

Die Staatsanwaltschaft wirft Gina H. vor, Fabian am 10. Oktober 2025 ermordet zu haben. Als Motiv gilt die Überzeugung der Angeklagten, der Junge stehe ihrer Rückgewinnung des Vaters im Weg. Matthias R. und Gina H. waren mehrere Jahre liiert, bevor er sich im August 2025 von ihr trennte.

Inzwischen sind die beiden erneut ein Paar — noch während des laufenden Prozesses. Matthias R. war am 16. Verhandlungstag im Zuschauerraum anwesend und schüttelte beim Vortrag des Zeugen den Kopf, wie stern.de berichtet.

Der Prozess wird vor dem Landgericht Rostock geführt. Als Quellen nennt fr.de das Landgericht Rostock, das Redaktionsnetzwerk Deutschland, den Nordkurier, Stern sowie die Deutsche Presse-Agentur.

Source: Google News LU DE