Franco A. vor Landgericht Darmstadt: Widerstand bei Polizeikontrolle am S-Bahnhof

Der wegen Terrorplanung verurteilte Rechtsextremist Franco A. steht erneut vor Gericht – diesmal wegen Widerstands gegen Beamte bei einer Kontrolle in Offenbach.

Franco A. vor Landgericht Darmstadt: Widerstand bei Polizeikontrolle am S-Bahnhof

Neues Verfahren gegen verurteilten Rechtsterroristen in Darmstadt

Wie hessenschau.de berichtet, steht der frühere Bundeswehroffizier Franco A. seit diesem Dienstag erneut vor dem Landgericht Darmstadt. Gegenstand des neuen Verfahrens ist Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte – ein Vorfall, der sich bereits vor seinem Haftantritt ereignet hatte.

Franco A. war im Juli 2022 vom Oberlandesgericht Frankfurt rechtskräftig zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden – wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, unerlaubten Waffenbesitzes und Betrugs. Das Gericht stellte damals fest, dass er eine rechtsextreme, völkisch-nationalistische und rassistische Gesinnung hege und fest entschlossen gewesen sei, hochrangige Politiker sowie Personen des öffentlichen Lebens anzugreifen.

Der jetzige Prozess bezieht sich auf den 11. Februar 2022. Laut Anklage kontrollierten zwei Polizeibeamte den damals 37-Jährigen am Offenbacher S-Bahnhof Ledermuseum. Als sie eine Plastiktüte öffnen wollten, die er bei sich trug, soll er versucht haben zu flüchten – ohne Erfolg. Beim anschließenden Gerangel auf dem Boden mit hinzugerufenen Einsatzkräften soll er getreten und versucht haben, ein Messer aus einer Jackentasche zu ziehen.

Franco A., der sich noch in Strafhaft befindet, wies die Vorwürfe zurück. In der Tüte hätten sich seine persönlichen Tagebücher befunden, die er den Beamten nicht habe überlassen wollen. „Ich habe auf keinen Fall getreten", sagte er vor Gericht. Auch nach seinem Messer habe er nicht gegriffen – dieses habe er stets in der rechten Hosentasche getragen, betonte er mehrfach.

Die vom Gericht vorgelesene Asservatenliste ergab jedoch, dass keine Tagebücher sichergestellt wurden. In der Tüte befanden sich stattdessen unter anderem Anstecknadeln mit Preußenadler, Hakenkreuzen und Eisernen Kreuzen sowie zwei kleine Bücher. Diese Orden stammten aus einem Familiennachlass, erklärte der Angeklagte – daran habe er bei der Kontrolle aber nicht gedacht. Die Verteidigung hatte Freispruch gefordert.

Für das aktuelle Landgerichtsverfahren sind vorerst drei Verhandlungstage bis zum 30. Juni angesetzt.

Source: Google News DE — Crime (de)