Schießerei in Stade: Sechs Tote bei Familientragödie

Ein 45-jähriger Mann hat in einem Mütter- und Kinderzentrum in Stade das Feuer eröffnet und sechs Menschen getötet. Der Tatverdächtige wurde später festgenommen.

Schießerei in Stade: Sechs Tote bei Familientragödie

Schießerei in Stade: Sechs Tote bei Familientragödie

Sechs Menschen sind bei einem Schusswaffenangriff in einer Einrichtung für Mütter und Kinder in Stade, einer Stadt im Norden Deutschlands, ums Leben gekommen. Ein 45 Jahre alter Mann, der sich mit der Mutter seiner drei Monate alten Tochter im Sorgerechtsstreit befand, steht im Verdacht, die Tat begangen zu haben, berichtet La Presse.

Der Mann hatte einen Termin mit mehreren der späteren Opfer vereinbart, um über die Obhut seines Babys zu diskutieren. Mutter und Kind hielten sich zum Zeitpunkt der Tat in dem Gebäude auf und blieben unverletzt. Die Erschossenen – vier Frauen und zwei Männer – arbeiteten als Sozialkräfte im Kinderschutz.

Als die Rettungskräfte eintrafen, fanden sie vier Personen vor, die bereits nicht mehr am Leben waren. Eine fünfte Person starb während der Reanimation, eine sechste erlag später im Krankenhaus ihren Verletzungen. Zudem gab es eine Verletzte, deren Zustand als stabil gilt.

Der mutmaßliche Täter versuchte anschließend in einem Fahrzeug zu fliehen, das von einer 65-jährigen Frau gelenkt wurde. Diese soll eng mit seiner Familie verbunden sein. Beamte eröffneten das Feuer auf das Auto, trafen die beiden Insassen jedoch nicht. Beide wurden inhaftiert.

Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen in Deutschland geborenen türkischen Staatsangehörigen aus Hannover. Er war den Behörden bereits wegen Drohungen bekannt, galt aber nicht als gewalttätig. Einen legalen Waffenbesitz hatte er nicht. Die Mutter des Kindes gab an, die Beziehung zu ihm bereits beendet zu haben.

Daniela Behrens, zuständige Innenministerin, bezeichnete den Vorfall als "akt extremer Grausamkeit". Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verurteilte auf X einen "schrecklichen Gewaltakt" und zeigte sich zutiefst erschüttert über die Gewalt in einem eigentlich schützenden Raum.

Die Polizei betonte, dass keine Gefahr mehr für die Öffentlichkeit bestehe. Ein Kindergarten und eine Schule in der Nachbarschaft waren nicht das Ziel des Angreifers.

Source: Google News MA — Crime (fr)