G20 in Hamburg: Drei Polizisten wegen unbegründeter Gewalt vor Gericht

Im Zusammenhang mit den Ausschreitungen beim G20-Gipfel 2017 in Hamburg müssen sich drei Polizeibeamte wegen unbegründeter körperlicher Gewalt gegen Demonstranten vor Gericht verantworten.

G20 in Hamburg: Drei Polizisten wegen unbegründeter Gewalt vor Gericht

Im Nachgang zum G20-Gipfel 2017 in Hamburg stehen drei Polizeibeamte vor Gericht. Ihnen wird vorgeworfen, während der Proteste gegen den Weltwirtschaftsgipfel unbegründet körperliche Gewalt gegen Demonstranten angewendet zu haben.

Die Vorwürfe beziehen sich auf Vorfälle während der massiven Ausschreitungen im Juli 2017, als Tausende Menschen in der Hansestadt gegen die Tagung der Staats- und Regierungschefs protestierten. Bei den Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften waren damals zahlreiche Personen auf beiden Seiten verletzt worden.

Die drei angeklagten Beamten sollen laut Anklagebehörde in konkreten Situationen Gewalt eingesetzt haben, die nicht durch ihre polizeiliche Aufgabenwahrnehmung gerechtfertigt war. Die genauen Umstände der ihnen zur Last gelegten Taten werden im Verfahren geklärt werden müssen.

Der Prozess wirft erneut ein Schlaglicht auf die umstrittenen Polizeieinsätze während des G20-Gipfels. Damals waren die Sicherheitskräfte mit einer außergewöhnlich schwierigen Lage konfrontiert: Gleichzeitig mussten sie den Schutz der Staatsgäste gewährleisten, schwere Ausschreitungen bekämpfen und gewaltfreie Demonstranten schützen.

Die Aufarbeitung der G20-Ereignisse zieht sich seit Jahren. Neben strafrechtlichen Verfahren gegen Demonstranten und Autonome wurden auch mehrere Ermittlungen gegen Polizeibeamte eingeleitet. Kritiker werfen den Behörden vor, in einigen Fällen unverhältnismäßig hart durchgegriffen zu haben.

Die Verteidigung der angeklagten Beamten dürfte voraussichtlich darauf abstellen, dass die Polizisten in einer extremen Ausnahmesituation gehandelt hätten und ihre Maßnahmen im jeweiligen Kontext angemessen waren. Das Gericht wird nun die Einzelfälle prüfen müssen.

Quelle: NDR.de

Source: Google News DE — Crime (de)