Prozess in München: TÜV SÜD wegen Dammbruch in Brasilien vor Gericht
In München hat der Prozess gegen den deutschen Prüfkonzern TÜV SÜD begonnen. Das Unternehmen wird mitverantwortlich gemacht für den Einsturz eines Damms in Brasilien im Jahr 2019.

Prozess in München: TÜV SÜD wegen Dammbruch in Brasilien vor Gericht
In München hat am Dienstag der Prozess gegen den deutschen Prüfkonzern TÜV SÜD begonnen. Das Unternehmen wird mitverantwortlich gemacht für den Einsturz eines Damms in Brasilien im Jahr 2019.
Angehörige der Opfer protestierten vor dem Gerichtsgebäude, während sie auf die Wiederaufnahme des Verfahrens warteten. Die Demonstration fand am 26. Mai 2026 in der bayerischen Landeshauptstadt statt. Die betroffenen Familien forderten Aufklärung und Gerechtigkeit für die Katastrophe, bei der Hunderte Menschen ums Leben kamen.
Der Dammbruch ereignete sich im Januar 2019 in der brasilianischen Region Brumadinho im Bundesstaat Minas Gerais. Eine Abraumdeponie des Eisenerzbergwerks Córrego do Feijão brach zusammen. Eine Schlammlawine überschwemmte Teile der Anlage sowie umliegende Gebiete. Mehr als 250 Menschen starben bei der Katastrophe.
TÜV SÜD hatte als externer Prüfer Sicherheitsgutachten für die Dammstruktur erstellt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Konzern vor, die Stabilität des Bauwerks trotz erkennbarer Mängel als gegeben bescheinigt zu haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Gutachter Warnsignale ignoriert oder heruntergespielt haben.
Der Prozess in Deutschland ist möglich, weil TÜV SÜD seinen Hauptsitz in München hat. Die brasilianischen Behörden hatten Rechtshilfeersuchen an Deutschland gerichtet. Das Verfahren richtet sich gegen Mitarbeiter des Unternehmens sowie möglicherweise gegen die Organisation selbst.
Die Opfervertreter betonen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Sie kritisieren, dass ähnliche Unglücke in der brasilianischen Bergbauindustrie wiederholt vorkommen. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete über die Proteste vor dem Münchner Gericht. Quelle: Reuters Connect
Der Prozess wird von internationaler Medienaufmerksamkeit begleitet. Umweltorganisationen und Menschenrechtsgruppen verfolgen das Verfahren aufmerksam. Ein Urteil könnte weitreichende Folgen für die Haftung von Prüfgesellschaften bei Industriekatastrophen haben.
Source: Google News HR — Crime (hr)