Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen Ukrainer wegen Nord-Stream-Sprengungen

Der 50-jährige Soldat aus Kiew soll ein Team von sieben Komplizen bei der Zerstörung von drei der vier Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee angeführt haben.

Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen Ukrainer wegen Nord-Stream-Sprengungen

Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen Ukrainer wegen Nord-Stream-Sprengungen

Die Bundesanwaltschaft in Deutschland hat Anklage gegen einen ukrainischen Staatsbürger erhoben, den sie mit den Explosionen an den Nord-Stream-Gaspipelines im September 2022 in Verbindung bringt. Der Mann wurde von den Medien als Serhii K. identifiziert, ein 50 Jahre alter Soldat aus Kiew, berichtet Digi24.ro.

Der Verdächtige war im August 2025 in Italien aufgrund eines deutschen Haftbefehls festgenommen und anschließend nach Deutschland ausgeliefert worden. Die Ermittler werfen ihm vor, eine Gruppe von sieben Mittätern bei der Operation angeführt zu haben, durch die drei der vier strategischen Gaspipelines in der Ostsee zerstört wurden. Diese Leitungen transportierten russisches Gas nach Europa.

Im September 2022 hatten mehrere Detonationen in der Nähe der dänischen Insel Bornholm die beiden Nord-Stream-Pipelines so schwer beschädigt, dass kein Gas mehr durchfließen konnte. Nord Stream 1 hatte zuvor russisches Erdgas nach Deutschland geliefert, während Nord Stream 2 noch nicht in Betrieb genommen war.

Die Anklage umfasst schwerwiegende Vorwürfe: Angriff auf zivile Energieinfrastruktur – laut Völkerrecht als Kriegsverbrechen eingestuft –, Verursachung einer Explosion sowie Zerstörung von Bauwerken. Der Angeklagte bestreitet jede Beteiligung an den Taten. Sein Verteidiger äußerte sich zuversichtlich, dass sein Mandant freigesprochen werde.

Die Anschläge auf die Gaspipelines hatten 2022 weltweit für Aufsehen gesorgt. Deutsche Ermittler suchten jahrelang nach der siebenköpfigen Gruppe, die mutmaßlich für das Anbringen der Sprengstoffe verantwortlich war. Nun wurden erstmals Anklagen gegen einen der mutmaßlichen Beteiligten erhoben.

Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann die Aktion in der Ostsee koordiniert hat. Das Staatsschutzsenant am Hanseatischen Oberlandesgericht Hamburg muss nun über die Zulassung der Anklage entscheiden und einen Termin für den Prozess festlegen.

Source: Digi24