Straftaten gegen Parteimitglieder 2025 um fast 40 Prozent gestiegen

Die Polizei registrierte 2025 bundesweit 5.140 Straftaten gegen Parteimitglieder – ein Anstieg von fast 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. AfD und CDU waren besonders stark betroffen.

Straftaten gegen Parteimitglieder 2025 um fast 40 Prozent gestiegen

Angriffe auf Politiker: AfD und CDU am häufigsten attackiert

Die Polizei hat im vergangenen Jahr bundesweit 5.140 Straftaten registriert, die sich gegen Repräsentanten und Mitglieder von Parteien richteten. Wie Tagesschau berichtet, entspricht das einem Anstieg von knapp 40 Prozent gegenüber 2024, als die Statistik zur politisch motivierten Kriminalität 3.690 solcher Fälle auswies. 2023 hatte die Polizei 2.790 Angriffe auf Parteiangehörige gezählt.

Grundlage ist eine Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der AfD-Fraktion, die dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt. Die Zahlen beziehen sich auf alle Parteien, die Anfang 2025 im Bundestag vertreten waren.

AfD mit 1.852 Angriffen an der Spitze

Mit 1.852 registrierten Delikten war die AfD im vergangenen Jahr die am stärksten betroffene Partei. Laut Polizei stammten diese Angriffe überwiegend aus dem linken Spektrum. In den Vorjahren hatten Mitglieder der Grünen die höchsten Fallzahlen verzeichnet.

Deutlich zugenommen haben 2025 auch die gegen die CDU gerichteten Straftaten: von rund 420 Delikten im Jahr 2024 auf 1.171 im vergangenen Jahr. Hinzu kamen 168 Delikte, die Angehörige der CSU betrafen.

Politiker und Mitglieder der Grünen wurden 2025 in 1.005 Fällen angegriffen – etwas seltener als in den beiden Vorjahren, als die Partei noch an der Ampel-Koalition beteiligt war. Damals hatte die Polizei jeweils rund 1.200 Angriffe auf Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen gezählt. Gewalttaten aus dem rechten Spektrum richteten sich 2025 vor allem gegen Vertreter der Linken.

Äußerungsdelikte überwiegen

Häufiger als direkte Gewaltdelikte sind sogenannte Äußerungsdelikte. Während die Polizei im vergangenen Jahr 193 Gewaltdelikte gegen Parteivertreter verzeichnete, wurden ihr 1.289 Äußerungsdelikte gemeldet. Darunter fallen unter anderem Volksverhetzung, Verleumdung und Beleidigung.

Weitere erfasste Deliktformen umfassen Sachbeschädigungen wie Farbschmierereien an Wohnhäusern sowie Störungen an Infoständen.

Als einen Grund für die Zunahme nennt die Bundesregierung in ihrer Antwort das aufgeheizte politische Klima im Wahlkampf Anfang 2025. Der Anstieg der Straftaten gegen Parteimitglieder hatte allerdings bereits in den Jahren zuvor eingesetzt.

Source: Tagesschau