Vergiftungsanschlag mit Eisenhut: Frau aus Velbert vor Landgericht Wuppertal

Silke F. (59) soll ihrem Noch-Ehemann sein Leibgericht mit tödlichem Pflanzengift versetzt haben. Seit heute steht sie in Wuppertal vor Gericht.

Vergiftungsanschlag mit Eisenhut: Frau aus Velbert vor Landgericht Wuppertal

Bohnen mit Speck als Tatwaffe – Prozess um versuchten Giftmord beginnt in Wuppertal

Vor dem Landgericht Wuppertal hat am Dienstag der Prozess gegen Silke F. (59) aus Velbert begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, ihren Noch-Ehemann Detlef F. (57) am 6. November 2025 mit dem Pflanzengift Aconitin vergiftet zu haben – eingearbeitet in sein Leibgericht: weiße Bohnen mit Speck.

Wie BILD berichtet, kochte Silke F. an jenem Tag offenbar zwei Töpfe: einen für sich, einen vergifteten für ihren Mann. „Ich weiß doch, dass du die magst", soll sie gesagt haben. Detlef F. aß die Mahlzeit nichtsahnend – und bemerkte kurz darauf erste Symptome. „Schnell wurde mir komisch, die Zunge war immer noch ganz pelzig, der Mund ausgetrocknet", schilderte er gegenüber BILD. Dann folgten Herzrasen, Atemnot und Druck auf der Brust.

Seine neue Freundin alarmierte den Rettungsdienst. Ein Krankenwagen brachte Detlef F. mit schweren Vergiftungserscheinungen in das Krankenhaus Velbert-Niederberg. Dort versetzten ihn die Ärzte in ein künstliches Koma – er befand sich in Lebensgefahr. „Ich dachte, ich muss sterben. Ich habe mich von meiner Freundin verabschiedet", sagte er. Nach einer Magenspülung konnte er stabilisiert werden. Die anschließende Untersuchung des Mageninhalts ergab: Aconitin, der hochgiftige Wirkstoff des Blauen Eisenhuts – der giftesten Pflanze Europas.

Am 27. November wurde Silke F. festgenommen. Sie sitzt seitdem in Untersuchungshaft wegen versuchten Mordes.

Mitangeklagte soll über WhatsApp geholfen haben

Neben Silke F. steht auch ihre Freundin Heidi (60) aus dem fränkischen Fürth vor Gericht. Sie soll das Mordkomplott unterstützt, bei der Beschaffung giftiger Pflanzen mitgeholfen und über WhatsApp Ratschläge erteilt haben.

Witwenrente als mutmaßliches Motiv

Nach etwa 20 gemeinsamen Jahren hatte sich Detlef F. von seiner Frau getrennt und die Scheidung eingeleitet. Er hatte bereits eine neue Partnerin. Laut Ermittlern befürchtete Silke F. im Falle einer Scheidung finanzielle Einbußen. Offenbar hatte sie es auf die Witwenrente abgesehen – nach BILD-Informationen wären das etwa 300 bis 400 Euro im Monat für die Gelegenheitsarbeiterin gewesen.

Source: BILD