Magdeburg-Attentäter wehrt sich gegen lebenslange Freiheitsstrafe
Der Mann, der bei der Amokfahrt auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt sechs Menschen tötete, akzeptiert das Urteil nicht. Sein Verteidigerteam hat Rechtsmittel eingelegt.

Magdeburg-Attentäter wehrt sich gegen lebenslange Freiheitsstrafe
Der 51-Jährige, der im vergangenen Dezember mit einem Fahrzeug auf den Weihnachtsmarkt in der Sachsen-Anhaltischen Landeshauptstadt fuhr und dabei mehrere Todesopfer verursachte, will das gegen ihn gesprochene Urteil nicht hinnehmen. Seine Anwälte haben beim zuständigen Gericht Rechtsmittel eingelegt, wie eine Sprecherin der Justizbehörde mitteilte. Nun muss die oberste Instanz für Strafsachen in Karlsruhe den Fall auf mögliche Verfahrens- oder Rechtsfehler untersuchen.
Die Strafkammer in Magdeburg hatte den Angeklagten Ende Juni dieses Jahres in mehreren hundert Fällen wegen Tötungsdelikten verurteilt. Neben der Verhängung einer lebenslangen Haft wurde zudem festgestellt, dass die Schuld in besonderem Maße schwer wiegt. Diese Feststellung macht eine vorzeitige Entlassung nach abgesessener Mindestzeit praktisch unmöglich.
Der Beschuldigte, der aus Saudi-Arabien stammt und bis zum Tatzeitpunkt in einem Maßregelvollzug als Nervenarzt arbeitete, fuhr am 20. Dezember 2024 mit einem gemieteten Fahrzeug mit hoher Motorleistung durch eine Bresche in den Absperrungen auf den überfüllten Marktplatz. Bei der Tat starben fünf erwachsene Frauen und ein kleiner Junge im Alter von neun Jahren, zahlreiche weitere Menschen erlitten teils schwere Verletzungen.
Die Richter bewerteten den Angeklagten als äußerst gefährlich. Laut dem vorsitzenden Richter Dirk Sternberg zeigte der Mann während der Tatzeit keinerlei Einfühlungsvermögen gegenüber seinen Opfern. Seine Empathiefähigkeit könne er nahezu willkürlich aktivieren oder deaktivieren. Ein forensischer Psychiater diagnostizierte bei ihm eine narzisstische Störung der Persönlichkeit. An seiner vollen Zurechnungsfähigkeit bestanden keine Zweifel.
Quelle: n-tv
Source: n-tv