Mutmaßlicher Völkermord-Täter aus Ruanda in Hessen festgenommen

Ein Mann aus Ruanda wurde im Main-Kinzig-Kreis festgenommen. Er soll 1994 als Assistent eines Bürgermeisters bei der Ermordung von 25 Tutsi beteiligt gewesen sein.

Mutmaßlicher Völkermord-Täter aus Ruanda in Hessen festgenommen

Mutmaßlicher Völkermord-Täter aus Ruanda in Hessen festgenommen

Im Main-Kinzig-Kreis nahmen Ermittler einen 53-jährigen Mann aus Ruanda fest. Innocent S. soll sich 1994 an der Vernichtung der Tutsi in seinem Heimatland beteiligt haben. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe bestätigte die Festnahme.

Die Fahnder sehen in ihm einen Komplizen des Genozids sowie eines Mordes in 25 Fällen. Damals arbeitete er als Assistent des Bürgermeisters in Kayove. An fünf verschiedenen Tagen soll er die Ermordung von insgesamt 25 Tutsi befohlen haben.

Darüber hinaus soll er im Vorfeld seine Position dazu genutzt haben, die Einwohner zur Auslöschung der Tutsi in seiner Gemeinde anzustacheln. Er soll Listen mit Namen von zu Tötenden erstellen lassen haben. Bei einer der Gelegenheiten soll er selbst mit einem Messer zugestoßen haben.

Die Festnahme beruhte auf einem Haftbefehl eines Richters am Bundesgerichtshof vom 24. Juni. Seitdem befindet sich der Beschuldigte in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft führt das Verfahren aufgrund der außergewöhnlichen Schwere der Vorwürfe.

Im Jahr 1994 kam es in Ruanda zu einem der grausamsten Massaker des 20. Jahrhunderts. Innerhalb von rund 100 Tagen fielen schätzungsweise 800.000 Menschen den Milizen zum Opfer, vor allem Tutsi und gemäßigte Hutu.

Quelle: hessenschau.de

Source: Google News DE — Crime (de)