Europa macht Russland für Cyberangriffe auf Infrastruktur verantwortlich

Europäische Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass Moskau Kriminelle und Hacker für Sabotageangriffe in Europa anwirbt. Frankreich, Großbritannien und Deutschland bestellten die russischen Botschafter ein.

Europa macht Russland für Cyberangriffe auf Infrastruktur verantwortlich

Europa macht Russland für Cyberangriffe auf Infrastruktur verantwortlich

Europäische Sicherheitsbehörden sehen die Verantwortung für zunehmende Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur in Moskau. Nach Erkenntnissen der Nachrichtendienste rekrutiert Russland Kriminelle und Hacker für immer heftigere Sabotageaktionen in europäischen Ländern. Als Reaktion darauf haben Frankreich, Großbritannien und Deutschland die russischen Botschafter einbestellt.

Ein besonders brisanter Vorfall ereignete sich am Nachmittag des 29. Dezember. Damals richtete sich ein digitaler Angriff gegen Kraftwerke, Umspannwerke und Solaranlagen in Polen. Der Zeitpunkt war offenbar bewusst gewählt – die Attacke fiel in eine Phase heftiger Kältewelle. Hunderttausende, wenn nicht gar Millionen Menschen hätten mitten im Winter Strom und Wärme verlieren können.

Der polnische Netzbetreiber konnte schlimmere Folgen gerade noch abwenden. Polens Vizeministerpräsident Krzysztof Gawkowski gab später zu: "Wir standen kurz vor einem Blackout." Die Angriffe richteten zwar nicht die erhofften Schäden an, doch die Gefahr war immens.

Nach Darstellung von Süddeutsche Zeitung gehen Experten davon aus, dass russische Geheimdienste hinter den Attacken stecken. Die Vorgehensweise ähnelt der Strategie des sogenannten hybriden Krieges, bei dem staatliche Akteure kriminelle Strukturen für ihre Zwecke nutzen.

Die diplomatischen Maßnahmen der drei europäischen Länder zeigen, dass die Angriffe nicht länger als isolierte Vorfälle behandelt werden. Sie werden als Teil einer breiteren Bedrohung für die europäische Sicherheit eingestuft.

Source: Süddeutsche Zeitung