Köln: Verein engagiert verurteilten Raser – trotz Todesopfern

Ein Fußballklub aus der Mittelrheinliga hat einen 22-Jährigen verpflichtet, den ein Kölner Gericht wegen tödlichen Autorennens verurteilt hat. Bei dem Crash starben Mutter und Tochter.

Köln: Verein engagiert verurteilten Raser – trotz Todesopfern

Köln: Verein engagiert verurteilten Raser – trotz Todesopfern

Trotz einer Haftverurteilung wegen Totschlags hat der SV Eintracht Hohkeppel einen 22-jährigen Spieler verpflichtet. Das Landgericht Köln sah es als nachgewiesen an, dass der junge Mann im Dezember 2023 an einem illegalen Geschwindigkeitswettbewerb auf der Autobahn 555 beteiligt war. Dabei kamen eine 49-jährige Frau und ihre 23-jährige Tochter ums Leben.

Die beiden Opfer fuhren nach einem Konzertbesuch in einem VW Polo nach Hause. Der Verurteilte raste laut Gericht mit einem Audi A5 mit mehr als 200 km/h auf das Fahrzeug auf. Der Aufprall war so heftig, dass der Kleinwagen in Flammen aufging. Mutter und Tochter konnten nicht mehr gerettet werden.

Der Vorsitzende Richter betonte bei der Urteilsverkündung, dass hier keine unglückliche Fügung vorliege. Die Frauen seien Opfer einer Straftat geworden, nicht eines tragischen Unfalls. Der Angeklagte habe bewusst das Risiko akzeptiert, dass Menschen verletzt oder getötet werden könnten. Der 22-Jährige bestreitet jedoch weiter, an einem Rennen teilgenommen zu haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Fußballklub begründete die Verpflichtung auf seiner Internetseite. Man habe sich eingehend mit dem Fall beschäftigt und mehrere Gespräche mit dem Spieler geführt. Die Entscheidung sei wohlüberlegt getroffen worden. Gleichzeitig räumte der Verein ein, dass Angehörige des Crashs bis heute unter den Folgen leiden.

Der Sportdirektor des Klubs erklärte gegenüber Bild, der Spieler habe eine neue Chance verdient. Man kenne ihn seit langer Zeit. Sollte er ins Gefängnis müssen, sei das Team so besetzt, dass man ihn ersetzen könne.

Source: BILD