Lebenslange Haft für ISIS-Paar wegen Versklavung jesidischer Kinder in München
Das Oberlandesgericht München verurteilte ein irakisches Ehepaar, das der Terrormiliz Islamischer Staat angehört hatte, zu lebenslanger Haft. Die beiden hielten zwischen 2015 und 2017 zwei jesidische Mädchen als Sklaven fest, missbrauchten sie sexuell und quälten sie systematisch.

Lebenslange Haft für ISIS-Paar wegen Versklavung jesidischer Kinder
Das Oberlandesgericht München verhängte lebenslange Freiheitsstrafen gegen ein irakisches Ehepaar, das als Mitglieder der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zwei jesidische Kinder als Sklaven gehalten und grausam misshandelt hatte.
Die Verurteilten hielten sich in den Jahren 2015 bis 2017 in der von IS kontrollierten Region zwischen dem Irak und Syrien auf. Dort entführten sie zunächst ein fünfjähriges Mädchen, später geriet auch eine Zwölfjährige in ihre Gewalt. Beide Kinder mussten als Sklaven des Paares leben und waren Opfer von physischer Gewalt sowie sexuellem Missbrauch. Zudem wurden sie gezwungen, die Ideologie der Terrorgruppe anzunehmen.
Laut Gericht soll der Mann die beiden Mädchen wiederholt vergewaltigt haben, während seine Ehefrau jeweils ein Zimmer vorbereitete und die Opfer mit einem Messer bedrohte. Die Frau verursachte zudem absichtlich Brandverletzungen bei den Kindern und zwang sie als Strafe stundenlang auf einem Bein zu stehen.
Das Paar wurde unter anderem wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Beihilfe zum Völkermord und Ausbeutung Minderjähriger schuldig gesprochen. Nach der Vertreibung des IS aus der Region 2017 verließen die beiden Syrien, befreiten die Mädchen jedoch nicht, sondern übergaben sie an andere Mitglieder der Organisation.
Im April 2024 wurden sie in Bayern festgenommen. Ihnen wurden Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen zur Last gelegt.
Quelle: Η ΝΑΥΤΕΜΠΟΡΙΚΗ
Source: Naftemporiki