Dortmunder IT-Fachmann für Todeslisten-Plattform zu drei Jahren verurteilt

Ein 50-jähriger Mann aus Dortmund wurde wegen Betreibens einer Darknet-Plattform verurteilt, auf der für Morde an Politikern und Wissenschaftlern geworben wurde.

Dortmunder IT-Fachmann für Todeslisten-Plattform zu drei Jahren verurteilt

Dortmunder IT-Fachmann für Todeslisten-Plattform zu drei Jahren verurteilt

Ein 50-jähriger Computerexperte aus dem Ruhrgebiet muss für drei Jahre hinter Gitter. Das Oberlandesgericht in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt verhängte die Haftstrafe wegen mehrerer Straftaten im Zusammenhang mit einer im Internet verbreiteten Mordaufruf-Plattform.

Der Verurteilte hatte im versteckten Bereich des Internets eine Seite mit dem englischen Namen "Assassination Politics" eingerichtet. Dort veröffentlichte er erfundene Gerichtsunterlagen über Personen aus Politik und Wissenschaft und rief deren Tötung aus. Zusätzlich stellte er Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Sprengstoff und Brandmittel zur Verfügung. Über digitale Währungen sammelte er Spendengelder ein, die bei vollzogenen Morden an die ausführenden Personen fließen sollten.

Zu den genannten Zielpersonen zählten führende deutsche Politiker wie der amtierende Kanzler, die frühere Regierungschefin sowie mehrere Minister. Auch Fernsehmoderatoren, Mediziner und Vertreter von Pharmaunternehmen waren aufgeführt. Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte seine Opfer aufgrund deren Rolle während der Pandemie aussuchte.

Der Verteidiger hatte ein Freispruch-Urteil beantragt und behauptet, sein Mandant wollte nur die Justiz herausfordern. Die Richter erkannten darin keine glaubhafte Erklärung. Sie bezeichneten den Mann als fest verwurzelten Rechtsextremisten mit bereits bestehenden Vorstrafen.

Die Sicherheitsbehörden in Dortmund hatten den Verurteilten bereits als sogenannten "Reichsbürger" im Visier. Er nahm an Aufmärschen für verstorbene Neonazis teil und war zuvor wegen Hassrede und Behinderung von Polizisten aufgefallen.

Quelle: Bild

Source: BILD