Mordprozess um Fabian: Zeuge schildert Führung zur Leiche und merkwürdiges Verhalten der Angeklagten

Im Fall des getöteten Jungen aus Güstrow hat ein Zeuge vor dem Landgericht Rostock berichtet, wie die 30-jährige Beschuldigte ihn zu einem Tümpel geleitet habe, wo später die sterblichen Überreste gefunden wurden.

Mordprozess um Fabian: Zeuge schildert Führung zur Leiche und merkwürdiges Verhalten der Angeklagten

Mordprozess um Fabian: Zeuge schildert Führung zur Leiche und merkwürdiges Verhalten der Angeklagten

Im Verfahren gegen eine 30-jährige Frau aus Güstrow, der man zur Last legt, einen achtjährigen Knaben mit mehreren Stichverletzungen getötet zu haben, ist am Freitag vor dem Landgericht Rostock ein entscheidender Zeuge vernommen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft Gina H. vor, das Kind aus Rache an dessen Vater – ihrem damaligen Partner – umgebracht zu haben.

Christian D., der einzige Zeuge jenes Tages, schilderte, wie die Beschuldigte ihn einen Tag vor dem offiziellen Auffinden der sterblichen Überreste zu einem Gewässer in der Nähe von Klein Upahl gebracht hatte. Dort habe sie ihm den Weg gewiesen. Was ihn besonders irritierte: Sie wirkte ausgesprochen unbeschwert und ausgelassen. Sie scherzte und lachte, während sie sich dem Ort näherten, an dem sich später die Überreste des kleinen Fabian befanden.

Der Zeuge gab zu Protokoll, dass er zunächst nicht begriffen habe, was dort lag. Er habe angenommen, es seien Rohre gewesen. Erst im Nachhinein sei ihm bewusst geworden, dass es sich um menschliche Überreste gehandelt haben könnte. Er fühlte sich im Rückblick von der Angeklagten benutzt.

Für die Anklage ist diese Aussage von zentraler Bedeutung. Denn die Idee, genau dort nachzusehen, soll von der Frau selbst gekommen sein. Außerdem bemerkte der Zeuge, dass seine Nachrichten an sie an jenem Tag nicht ankamen – in jenen Stunden, in denen der Junge vermutlich sein Leben verlor, soll sie ihr Handy abgeschaltet gehabt haben.

Die Verteidigung attackierte die Glaubwürdigkeit des Mannes. Ihr Anwalt verwies darauf, dass der Zeuge seine eigene Erinnerung nur auf 70 Prozent schätze. Zudem habe er bei verschiedenen Befragungen widersprüchliche Versionen geliefert, unter anderem dazu, ob er die Überreste berührt habe.

Das Verfahren wird kommenden Dienstag fortgesetzt. Dann soll ein weiterer Mann aussagen, der ebenfalls von der Angeklagten zum Fundort geführt worden sein will.

Quelle : t-online

Source: Google News LU DE