Schütze von Stade soll Baby geschüttelt haben

Der 45-jährige Tatverdächtige, der am Montag sechs Menschen in einer Frauen- und Kinderunterkunft erschoss, steht im Verdacht, sein drei Monate altes Kind im April misshandelt zu haben.

Schütze von Stade soll Baby geschüttelt haben

Schütze von Stade soll Baby geschüttelt haben

Der Mann, der am Montag im niedersächsischen Stade sechs Mitarbeiter einer Frauen- und Kinderunterkunft erschossen hat, soll bereits im April sein eigenes Säugling misshandelt haben. Das berichten die Zeitungen Der Spiegel und Die Welt unter Berufung auf eigene Recherchen, wie Le Quotidien mitteilt.

Das damals drei Monate alte Mädchen sei nach der mutmaßlichen Schütteltrauma in ärztliche Behandlung gekommen. Die beiden Blätter berufen sich dabei nicht auf namentlich genannte Informationsquellen.

Der 45-Jährige, ein in Deutschland geborener türkischer Staatsangehöriger aus der Region Hannover, hatte sich am Tatort zu einem Gespräch über das Sorgerecht für seine Tochter eingefunden. Das Kleinkind befand sich zusammen mit der Mutter in den Räumlichkeiten.

Bei einer Pressekonferenz hatten die Ermittler bereits mitgeteilt, dass der Verdächtige der Polizei bekannt war. Er war wegen Drohungen in Erscheinung getreten, galt jedoch nicht als gewaltbereit.

Nach Recherchen der beiden Zeitungen soll der Mann das medizinische Personal der Klinik, in der das Baby behandelt wurde, eingeschüchtert haben. Er habe den Ärzten mit Konsequenzen gedroht, sollte seinem Kind etwas zustoßen.

Die Staatsanwaltschaft Hannover bestätigte gegenüber Die Welt, dass das Verfahren wegen dieser Drohungen eingestellt worden war. Die geäußerten Bemerkungen hätten den Tatbestand einer Straftat nicht erfüllt.

Eine Stellungnahme der Polizei zu diesen neuen Erkenntnissen lag bislang nicht vor.

Der Festgenommene wurde am Montag in einem Fahrzeug aufgegriffen, das von einer 65-jährigen Frau gesteuert wurde. Nach Angaben der Ermittler pflegt diese Person eine enge familiäre Beziehung zum Schützen.

Die Polizei Lüneburg gab bekannt, dass zur Aufklärung der Bluttat eine Sonderkommission aufgebaut wird. Die Beamten werten derzeit Videoaufnahmen aus und sichten Hinweise, die Bürger über eine eingerichtete Internetplattform übermittelt haben.

Am Dienstagabend fand in einer Stader Kirche eine Gedenkfeier für die Getöteten statt.

Source: Le Quotidien